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06.05.2021 Investoren setzen auf Lebensmittel als neues Core im Einzelhandel

Laut einem aktuellen Spotlight von Savills entwickelt sich der Lebensmittel-Sektor zum neuen Core der Einzelhandelsimmobilien in Europa. Investitionen in Supermärkte, Großmärkte und Discounter machten hier 2020 so erstmals einen Rekordanteil von 21 % am Transaktionsvolumen in diesem Segment aus, gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt von 7 %. Trotz eines sinkenden Umsatzwachstums im gesamten Einzelhandel (2019: 3,9 %; 2020: 1,7 %), verzeichnete der Lebensmittelsektor ein Plus von 7,5 %. In den nächsten fünf Jahren wird ein weiterer jährlicher Anstieg um 2,2 % erwartet.

„Durch die Schließung der Gastronomie und die starke Zunahme des Homeoffices im Zuge der Covid-19-Pandemie stiegen die Ausgaben für Lebensmittel, sodass auch in Deutschland die zehn größten Lebensmittel-Händler ein Umsatzwachstum zwischen 6 % und 12 % erzielen konnten“, erklärt Jennifer Güleryüz, Associate Research Germany bei Savills, und führt weiter aus: „Generell ist die Nachfrage nach lebensmittelgeankerten Objekten hierzulande groß und kann aktuell kaum bedient werden.“

Deutschland war im vergangenen Jahr mit einem Transaktionsvolumen von 3,1 Mrd. Euro der größte Markt für Immobilieninvestitionen im Lebensmittel-Sektor, gefolgt von Großbritannien mit 1,7 Mrd. Euro und Spanien mit 675 Mio. Euro. Die Länder mit dem stärksten Anstieg im Vergleich zum jeweiligen Fünfjahresdurchschnitt waren ebenfalls Deutschland (217 %) und Spanien (145 %). Dabei sank die Spitzenrendite für Supermärkte in Europa im Durchschnitt von 5,7 % im Jahr 2019 auf 5,4 % im ersten Quartal 2021. In Deutschland fiel sie im ersten Quartal 2021 um 60 Basispunkte auf 3,9 %. Dabei ist auch zukünftig mit einer weiteren Renditekompression zu rechnen.

Der Online-Anteil beim Verkauf von Lebensmitteln in Westeuropa stieg darüber hinaus im Jahresverlauf 2020 von 3,4 % auf durchschnittlich 5,3 % und wird bis 2025 voraussichtlich ein Niveau von 12,6 % erreichen. In Deutschland legte die jährliche Online-Wachstumsrate des Lebensmitteleinzelhandels dabei von 23 % (2019) auf 76 % (2020) zu. „Im Gegensatz zum übrigen Einzelhandel werden Online-Bestellungen von Lebensmitteln typischerweise von den Händlern vor Ort selbst bedient, wodurch der wahre Wert des Geschäftes viel größer ist, als zunächst offensichtlich ist. Während der Pandemie waren die großen Ketten nur aufgrund ihres Filialnetzes in der Lage, dem Anstieg der Online-Nachfrage nachzukommen“, weiß Eri Mitsostergiou, Director European Research bei Savills.

Das Angebot ergänzen schließlich weitere Konzepte, wie beispielsweise Amazon Fresh oder Gorillas in Deutschland: „Während der Pandemie sind etablierte Online-Player gewachsen und neue digitale Handels-Modelle entstanden, die sich durch die Produkte und Dienstleistungen, aber auch durch den Prozess der Lieferung oder Bestellung unterscheiden. Obwohl sie keine stationären Läden benötigen, sind diese Unternehmen, um konkurrenzfähig zu sein, auf eine nahezu sofortige Lieferung und damit städtische Lagerflächen angewiesen“, erklärt Mitsostergiou abschließend.








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