12.11.2025 Luxusaktien knüpfen wieder an glänzendere Zeiten an
Die glanzlose Zeit der Luxusaktien neigt sich dem Ende zu. LVMH, Richemont oder Ferrari verlassen den Bärenmarkt, in den sie nach dem Peak im Jahr 2021 geraten sind. Warum die Aktien von Edelmarken heute mehr denn je Bestandteil eines diversifizierten Portfolios sein sollten.
In den vergangenen vier Jahren durchlief der Luxussektor eine bewegte Entwicklung– von Post-Pandemie-Höhen bis hin zu einer Abkühlung inmitten globaler Unsicherheiten. Während der S&P Global Luxury Index im November 2021 noch bei mehr als 6.540 Punkten stand, folgte 2022 ein scharfer Rückgang bis auf 4.176 Punkte. Bis April 2025 stagnierte die Branche weitgehend und konnte nicht an die glänzenden Zeiten anknüpfen. Doch jüngste Entwicklungen, wie die Quartalszahlen von LVMH oder Prada, deuten auf eine mögliche Erholung hin: Seit Jahresbeginn legte der Index um mehr als elf Prozent zu. Der Anstieg in den vergangenen Monaten dürfte insbesondere darin begründet sein, dass die US-Zölle den Luxusherstellern wie LVMH, Hermès, Kering und Richemont geringeren Schaden zufügten als befürchtet. Der Index hat daraufhin in den letzten zwei Monaten um 14 Prozent zugelegt.
Herausforderungen: Von China-Krise bis Verbrauchergewohnheiten
Ob dieser Aufschwung Bestand hat, hängt auch von der wirtschaftlichen Entwicklung in wichtigen Kundenmärkten, aber auch von der Anpassung an veränderte Verbrauchergewohnheiten ab. In den vergangenen Jahren wurde die Widerstandsfähigkeit der Luxusbranche durch Inflation, Rezessionsängste und eine schwächelnde chinesische Wirtschaft – dem einstigen Wachstumsmotor – hart auf die Probe gestellt. In China, wo der Luxuskonsum einst boomte, führte eine Immobilienkrise und sinkendes Verbrauchervertrauen zu einem Rückgang der Nachfrage. Ein zusätzlicher Bremsfaktor ist, dass jüngere Konsumenten, insbesondere die Generation Z, sich zunehmend von Statussymbolen abwendet und verstärkt auf Second Hand statt materieller Güter setzt, was den Absatz von Handtaschen, teuren Uhren und Schmuck drosselt.
Auf dem Weg zurück zu Allzeithochs?
Die großen Spieler zeigten ein gemischtes Bild. Die Aktien von Branchenprimus LVMH notierten im April 2023 bei 900 Euro – aktuell liegt der Titel bei etwas mehr als 600 Euro. Von seinem Allzeithoch in Höhe von 789 Euro hat das Wertpapier von Kering (Gucci) mit aktuell rund 325 Euro mehr als die Hälfte eingebüßt. Hermès, dessen Spitzenwert im Februar 2025 mit rund 2.830 Euro erreicht wurde, wird derzeit bei etwa 2.250 Euro gehandelt. Die Sportwagenikone Ferrari notiert ebenfalls deutlich mit unter ihrem Rekordwert von 482 Euro. Der Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont ist dagegen schon wieder auf seinem Allzeithoch. Allen gemein ist, dass die Erholung ab April diesen Jahres ihren Anfang nahm. Vor diesem Hintergrund ist die Annahme berechtigt, dass die Branche ihr Tal durchschritten hat. Die jüngsten Quartalsergebnisse zeigen moderate Zahlen, die aber zumindest über den Erwartungen liegen.
Vorsichtiger Optimismus für mittel- und langfristige Anleger
Mittel- bis langfristig sollten der Sektor oder zumindest ausgewählte Titel sicherlich Bestandteil eines diversifizierten Portfolios sein. Sollte es zu einem weltwirtschaftlichen Aufschwung insbesondere in Märkten wie China, Südostasien und Indien mit ihrer wachsenden und finanziell stärker werdenden Mittelschicht sowie den Märkten in den USA und Europa kommen, dürfte dies insbesondere für die Super-Luxuskonzerne Impulse geben. Hinzukommt: Bis 2030 könnte der Luxusmarkt laut einer Studie von Bain & Company ein Volumen von 2.000 bis 2.500 Milliarden Euro erreichen, was einem jährlichen Wachstum von fünf bis neun Prozent entspräche. Wenn es den Marken gelingt, sich an die veränderten Verbrauchergewohnheiten anzupassen, Trends wie KI, Nachhaltigkeit und Lifestyle als Schlüsselrollen zu begreifen, könnte die Branche gute Chancen haben, in dieser volatilen Welt wieder und weiter eine glänzende Rolle zu spielen.
Marktkommentar von David Wehner, Head of Liquid Assets bei FGTC Investment (vormals Do Investment)
In den vergangenen vier Jahren durchlief der Luxussektor eine bewegte Entwicklung– von Post-Pandemie-Höhen bis hin zu einer Abkühlung inmitten globaler Unsicherheiten. Während der S&P Global Luxury Index im November 2021 noch bei mehr als 6.540 Punkten stand, folgte 2022 ein scharfer Rückgang bis auf 4.176 Punkte. Bis April 2025 stagnierte die Branche weitgehend und konnte nicht an die glänzenden Zeiten anknüpfen. Doch jüngste Entwicklungen, wie die Quartalszahlen von LVMH oder Prada, deuten auf eine mögliche Erholung hin: Seit Jahresbeginn legte der Index um mehr als elf Prozent zu. Der Anstieg in den vergangenen Monaten dürfte insbesondere darin begründet sein, dass die US-Zölle den Luxusherstellern wie LVMH, Hermès, Kering und Richemont geringeren Schaden zufügten als befürchtet. Der Index hat daraufhin in den letzten zwei Monaten um 14 Prozent zugelegt.
Herausforderungen: Von China-Krise bis Verbrauchergewohnheiten
Ob dieser Aufschwung Bestand hat, hängt auch von der wirtschaftlichen Entwicklung in wichtigen Kundenmärkten, aber auch von der Anpassung an veränderte Verbrauchergewohnheiten ab. In den vergangenen Jahren wurde die Widerstandsfähigkeit der Luxusbranche durch Inflation, Rezessionsängste und eine schwächelnde chinesische Wirtschaft – dem einstigen Wachstumsmotor – hart auf die Probe gestellt. In China, wo der Luxuskonsum einst boomte, führte eine Immobilienkrise und sinkendes Verbrauchervertrauen zu einem Rückgang der Nachfrage. Ein zusätzlicher Bremsfaktor ist, dass jüngere Konsumenten, insbesondere die Generation Z, sich zunehmend von Statussymbolen abwendet und verstärkt auf Second Hand statt materieller Güter setzt, was den Absatz von Handtaschen, teuren Uhren und Schmuck drosselt.
Auf dem Weg zurück zu Allzeithochs?
Die großen Spieler zeigten ein gemischtes Bild. Die Aktien von Branchenprimus LVMH notierten im April 2023 bei 900 Euro – aktuell liegt der Titel bei etwas mehr als 600 Euro. Von seinem Allzeithoch in Höhe von 789 Euro hat das Wertpapier von Kering (Gucci) mit aktuell rund 325 Euro mehr als die Hälfte eingebüßt. Hermès, dessen Spitzenwert im Februar 2025 mit rund 2.830 Euro erreicht wurde, wird derzeit bei etwa 2.250 Euro gehandelt. Die Sportwagenikone Ferrari notiert ebenfalls deutlich mit unter ihrem Rekordwert von 482 Euro. Der Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont ist dagegen schon wieder auf seinem Allzeithoch. Allen gemein ist, dass die Erholung ab April diesen Jahres ihren Anfang nahm. Vor diesem Hintergrund ist die Annahme berechtigt, dass die Branche ihr Tal durchschritten hat. Die jüngsten Quartalsergebnisse zeigen moderate Zahlen, die aber zumindest über den Erwartungen liegen.
Vorsichtiger Optimismus für mittel- und langfristige Anleger
Mittel- bis langfristig sollten der Sektor oder zumindest ausgewählte Titel sicherlich Bestandteil eines diversifizierten Portfolios sein. Sollte es zu einem weltwirtschaftlichen Aufschwung insbesondere in Märkten wie China, Südostasien und Indien mit ihrer wachsenden und finanziell stärker werdenden Mittelschicht sowie den Märkten in den USA und Europa kommen, dürfte dies insbesondere für die Super-Luxuskonzerne Impulse geben. Hinzukommt: Bis 2030 könnte der Luxusmarkt laut einer Studie von Bain & Company ein Volumen von 2.000 bis 2.500 Milliarden Euro erreichen, was einem jährlichen Wachstum von fünf bis neun Prozent entspräche. Wenn es den Marken gelingt, sich an die veränderten Verbrauchergewohnheiten anzupassen, Trends wie KI, Nachhaltigkeit und Lifestyle als Schlüsselrollen zu begreifen, könnte die Branche gute Chancen haben, in dieser volatilen Welt wieder und weiter eine glänzende Rolle zu spielen.
Marktkommentar von David Wehner, Head of Liquid Assets bei FGTC Investment (vormals Do Investment)




