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29.04.2026 Kloster Reimlingen: 43 neue Wohnungen im Bestand statt Neubau

Fotonachweis: SCHLOSSER Holzbau
Steigende Baukosten, knappe Flächen und komplexe Genehmigungen stellen viele Wohnbauprojekte vor neue Herausforderungen. Wie sich unter diesen Bedingungen im Bestand dennoch wirtschaftlich neuer Wohnraum schaffen lässt, zeigte das Netzwerktreffen „Bestand trifft Holz: Potenziale im Bestand“, zu dem Schlosser Holzbau am 28. April nach Reimlingen eingeladen hatte. Rund 50 Fachgäste, überwiegend Architekten und Projektentwickler aus dem süddeutschen Raum, nahmen teil.

Im Mittelpunkt standen konkrete Lösungsansätze für die Nachverdichtung im Bestand – insbesondere die serielle Aufstockung in Holzbauweise. Anhand eines realisierten Projekts diskutierten die Teilnehmenden, unter welchen Voraussetzungen sich dieser Ansatz technisch und wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lässt.

Vom Kloster zum Wohnquartier

Veranstaltungsort war das Kloster Reimlingen, ein ehemaliges Kloster der Mariannhiller Missionare, das im Auftrag der Immobiliengesellschaft Max Asset zu einem vielseitigen Quartier weiterentwickelt wurde. Im Bauabschnitt „Alte Druckerei“ entstanden 43 Wohneinheiten, davon 23 durch serielle Aufstockung in Holzbauweise. Das Projekt zeigt, dass sich bestehende Bausubstanz erhalten und gleichzeitig zusätzlicher Wohnraum schaffen lässt – bei verkürzten Bauzeiten und einem hohen Vorfertigungsgrad.

Neben dem Wohnangebot umfasst die Quartiersentwicklung weitere Nutzungen wie ein Ärztehaus, einen ambulanten Pflegedienst, einen 24/7-Supermarkt sowie gemeinschaftliche Einrichtungen, die das Areal funktional ergänzen.

Serielle Aufstockung: Planung und Umsetzung

Den Auftakt der Vorträge machte Bauherr Maximilian Weik, der die Entscheidung erläuterte, den historischen Bestand nicht abzureißen, sondern weiterzuentwickeln. „Wir wollten die vorhandene Substanz erhalten und gleichzeitig neuen Wohnraum schaffen – wirtschaftlich und zukunftsfähig“, so Weik. Florian Eitel, Mitglied der Geschäftsleitung bei Schlosser, zeigte, welche Anforderungen die Bauweise an Planung und Konstruktion stellen. Entscheidend seien vor allem die frühzeitige Berücksichtigung von Statik, Bauphysik und Brandschutz sowie ein hoher Vorfertigungsgrad, um Bauzeiten und Eingriffe in den Bestand zu reduzieren.

Erol Ari von der EA² Energie Agentur ergänzte die Perspektive um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, wie Förderprogramme gezielt in die Planung integriert werden können, um Projekte finanziell tragfähig zu machen. Herbert Niederfriniger, Geschäftsführer von holzius, ergänzte das Themenspektrum um den leimfreien Vollholzbau. Im Mittelpunkt standen Aspekte wie Wohngesundheit, Materialkreisläufe und die langfristige Nutzung von Gebäuden.

Baustellenrundgang: Serielle Aufstockung im Detail

Im Anschluss an die Vorträge erhielten die Teilnehmenden bei einem Rundgang Einblick in die Umsetzung der Aufstockung. Sichtbar wurde dabei insbesondere die serielle Bauweise mit vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelementen sowie deren Montage vor Ort.

Darüber hinaus wurde das Heil- und Seminarzentrum „Einklang“ besichtigt, das als Neubau in leimfreier Vollholzbauweise einen eigenständigen Ansatz im Holzbau repräsentiert.

Austausch im Bauteam: Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Neben den Fachimpulsen bot die Veranstaltung Raum für Austausch zwischen Planung, Ausführung, Bauherrschaft und öffentlichen Akteuren. „Gerade im Bestand entscheidet die Zusammenarbeit im Bauteam über den Projekterfolg“, sagt Marlen Schlosser, Geschäftsführerin von Schlosser Holzbau. „Serielle Bauweise und integrale Planung ermöglichen es, auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen wirtschaftlich zu bauen.“

























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