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11.05.2026 Bauzinsen vorerst ruhig – aber EZB-Entscheid im Juni rückt näher

Neue Daten zu Inflation, Löhnen und Notenbankerwartungen sorgen für anhaltende Volatilität am Kapital- und Anleihenmarkt. Die jüngsten Energiepreisschocks lassen die Verbraucherpreise steigen, während die Kerninflation und die Lohnentwicklung verhalten reagieren.

Die Verbraucherpreise sind zuletzt gestiegen: In Deutschland lag die Inflationsrate im April vorläufig bei 2,9 %, im Euroraum bei rund 3,0 %, wobei vor allem die Energiepreise mit zweistelligen Zuwächsen für Bewegung sorgten. Die Kerninflation lag hierzulande bei vergleichsweise niedrigen 2,3 % zum Vorjahr. Gleichzeitig deutet der EZB Lohnindikator mit erwarteten tariflichen Zuwächsen von etwa 2,6 % darauf hin, dass sich bislang keine ausgeprägte Lohn Preis Spirale gebildet hat – dies verschafft der Notenbank kurzfristig etwas Spielraum.

Dennoch erhöhen die Energiepreise gemeinsam mit steigenden Inflationserwartungen den Druck auf die Geldpolitik: Die kommende EZB-Sitzung am 11. Juni könnte der Termin sein, an dem eine erste Leitzinserhöhung im Markt eingepreist wird. Die US Notenbank Fed ließ ihren Leitzins zuletzt unverändert, intern herrscht vor dem Wechsel des Vorsitzenden allerdings Dissens über den künftigen Kurs. An den Märkten spiegelt sich auch diese Unsicherheit in einer erhöhten Volatilität wider.

„Die Inflation kommt im April vor allem über die Energiepreise zurück – getrieben durch den Nahost-Konflikt“, kommentiert Antonio Skoro, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Das erhöht den geldpolitischen Handlungsdruck. Zugleich mildern die Kerninflation und der der Verlauf des EZB Lohnindikators die Befürchtungen. Genau diese Gemengelage erklärt, warum der Markt aktuell so uneinheitlich reagiert: Kurzfristig bleibt die Volatilität hoch, im Anschluss ist mit weiterem Aufwärtsdruck auf die Zinsen zu rechnen, falls die Energiepreise hoch bleiben oder sich Inflationserwartungen verfestigen.“

Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben sich seit Anfang April seitwärts entwickelt: Die 10-jährigen Zinsbindungen schwankten leicht zwischen 3,59 und 3,62 %, die 15-jährigen Zinsbindungen zwischen 3,80 und 3,87 %. Die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen bewegte sich in den letzten Tagen marginal in einer engen Range.
Einige Marktteilnehmer und Banken haben ihre Konditionen nach oben angepasst, für längere Bindungen sind die Aufschläge momentan tendenziell höher. Wie Experten aus Bank- und Immobilienbranche betonen, dürfte eine EZB Erhöhung im Juni weiteren Druck auf die langfristigen Swap Sätze ausüben – die Bauzinsen könnten im Anschluss nachziehen.

„Die jüngsten Daten zeigen zwei Seiten“, ergänzt Antonio Skoro. „Für Finanzierungskunden heißt das: Wer bereits eine passende Finanzierung in Aussicht hat, sollte prüfen, ob eine Absicherung sinnvoll ist. Längere Zinsbindungen verschaffen Planungssicherheit gegenüber kurzfristigen Marktschwankungen. Eine möglichst unabhängige Beratung, die einen Vergleich verschiedener Anbieter sowie der Sondertilgungs- und Vorfälligkeitsregelungen beinhaltet, ist in jedem Fall von Vorteil.“ Aus Sicht des Qualitypool-Geschäftsführers sollten die kommenden geldpolitischen Termine ebenfalls beachtet werden, wobei Zinserhöhungen oftmals schon im Vorfeld der Notenbankentscheide eingepreist werden.

Tendenz:

• Kurzfristig: Volatil seitwärts bis leicht steigend
• Langfristig: Abhängig vom weiteren Verlauf der Energiepreise und der Lohnentwicklung, Zinserhöhungen möglich
























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