19.11.2025 Nething transformiert Ulmer Bestandsbau zum Kanzlei-Campus

Fotoquelle: NETHING. Copyright: Matthias Schmiedel
Mit dem Campus Schneider Geiwitz hat Nething Architekten im Ulmer Gleisdreieck von Donau und Bahnlinien eine neue Typologie für Kanzleibauten geschaffen. Für die international tätige Kanzlei entstand hier, am ehemaligen Standort der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung (HfK+G), ein Bürositz mit 10.500 m² Nutzfläche, der verdeutlicht, wie gewachsene Bausubstanz in eine zeitgemäße Architektursprache übersetzt und für eine neue Nutzerkultur weiterentwickelt werden kann. Ausgehend von der markanten Positionierung der Hochschule aus, die seit jeher den Übergang zwischen Infrastruktur, Landschaft und Stadtkante prägt, ergänzte Nething auf der brachliegenden Nachbarfläche einen turmhaften Neubau: Die Baukörper neigen sich einander zu und formieren sich zu einem Ensemble, das zur Stadt spricht und sich neu in der urbanen Topografie Ulms verankert. „Dieses Projekt bestätigt, dass ein Weiterbauen des Bestands sich nicht auf die Fortschreibung bestehender Strukturen beschränkt, sondern eine Haltung ist“, erläutert Vilja Bäumann von Nething Architekten.
„Der nachhaltige Umgang mit Architektur liegt keineswegs im Verzicht, sondern in der Fähigkeit, Vorhandenes zu transformieren und weiterzudenken – architektonisch, kulturell und städtebaulich“, so Vilja Bäumann, Nething Architekten.
Identitätsstark: Weiterbauen im Dialog mit dem Bestand
Die Geschichte des Projekts beginnt mit dem Ort selbst: Das Gebäude der Hochschule lag eingebettet im Gelände; offene Treppen verbanden es mit dem angrenzenden Radweg zu einem halböffentlichen Campus. Die Herausforderung für Nething bestand darin, im Zuge der Transformation die Anforderungen einer modernen Kanzlei an Diskretion, Repräsentation und Effizienz des künftigen Büros zu erfüllen und zugleich den offenen Campuscharakter zu bewahren.
In ihrem Entwurf für den Neubau verfolgten die Architekten eine klare, fast poetische Strategie: Statt den Bestand zu imitieren oder zu überformen, stellten sie ihm einen selbstbewussten Gegenpart zur Seite – einen versetzt angeordneten, turmhaften sechsgeschossigen Neubau, der die horizontale Geste des Bestands mit vertikaler Präsenz beantwortet. „Entstanden ist eine Geste der Umarmung“, betont Nething-Architektin Vilja Bäumann. „Die beiden Baukörper wenden sich wie ein großer und ein kleiner Bruder einander zu, rahmen einen gemeinsamen Platz und formen darüber ein Ensemble, das mehr ist als die Summe seiner Teile.“
Vermeintliche Widersprüche zwischen Bestand und Neubau erweisen sich als durchdachtes Konzept der Kontrapunkte. Die aus weißen Mosaikfliesen bestehende, charakteristische Fassade der Hochschule verwies auf ein digitales Raster und zitiert noch heute die Kommunikationskultur des Ortes. Der Neubau hingegen erhielt eine Glasfaserbetonfassade, die robust und dauerhaft, zugleich fein und stofflich wirkt. Sie steht für den Wertekanon der Wirtschaftskanzlei: Geradlinigkeit, Präzision, Eleganz.
Je nach Licht verändert die Oberfläche ihr Erscheinungsbild – mal plastisch, mal ruhig – und verankert den Baukörper atmosphärisch im Stadtraum. Die Gegensätze aus flach und hoch, horizontal und vertikal, mosaikhaft und linear, weiß und warm getönt, setzen sich bis in die Details fort und lassen die beiden Gebäude in einen architektonischen Dialog treten.
Gebautes Selbstverständnis: Ein Kanzlei-Campus für die Öffentlichkeit
Der Neubau markiert einen bewusst gesetzten Hochpunkt, der die Sichtbeziehungen Ulms neu akzentuiert. Von der Donau und der Neu-Ulmer Seite erscheint er als Teil der Uferlandschaft, von der Innenstadt aus zitiert er in abstrahierter Form die gotische Vertikalität des Ulmer Münsters, aus der Bahnlinie tritt er als markantes Zeichen im infrastrukturellen Kontext hervor. Durch die versetzte Anordnung der beiden Baukörper entsteht ein halböffentlicher Platz, der als klares Signal gegen die Abgeschlossenheit gilt, die Kanzleibauten oft prägt.
„Transparenz nach außen, ohne Vertraulichkeit im Inneren aufzugeben – dieser Balanceakt macht den Campus zu einem Modell für die räumliche Verortung einer neuen Arbeitskultur, die städtische Verantwortung, Gemeinschaft und Identität verbindet“, kommentiert Vilja Bäumann, Nething Architekten.
Auch heute führen Wege und Freiflächen bis an die Gebäudekanten und öffnen das Ensemble für Spaziergänger und Besucher. Mit einem in den Abendstunden bewusst auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Restaurant und einem Fitnessstudio spricht Schneider Geiwitz gezielt eine Einladung an die Bevölkerung aus, das neue Wahrzeichen der Stadt für sich zu entdecken.
Kreative Flächennutzung: Eine neue Typologie der Kanzlei-Arbeitswelt
Die Umnutzung des ehemaligen Hochschulgebäudes zur neuen Bürowelt von Schneider Geiwitz stellte eine der größten Herausforderungen dar. Klassenzimmer mit großer Tiefe und massiven Betonwänden mussten für die vielfältigen Anforderungen und klar definierten Abläufe der Wirtschaftskanzlei in Kanzleistrukturen überführt werden – bei zugleich hohen Brandschutzauflagen. Nething entwickelte dafür ein differenziertes Raumkonzept: Einzelarbeitsplätze wurden entlang der Fassade angeordnet, wo Tageslicht und Ausblick in die Natur die Konzentration fördern. Innenliegende Zonen werden für Besprechungen, Technik oder Think Tanks genutzt.
Als Ergebnis der unregelmäßigen Fensterachsen des Bestands variieren die Raumgrößen. Was zunächst als planerische Herausforderung erschien, erwies sich schließlich als Mehrwert: Die Vielfalt der Räume eröffnete vielseitige Gestaltungsoptionen für Arbeitsbereiche und auch Orte der Begegnung und Erholung.
„Der nachhaltige Umgang mit Architektur liegt keineswegs im Verzicht, sondern in der Fähigkeit, Vorhandenes zu transformieren und weiterzudenken – architektonisch, kulturell und städtebaulich“, so Vilja Bäumann, Nething Architekten.
Identitätsstark: Weiterbauen im Dialog mit dem Bestand
Die Geschichte des Projekts beginnt mit dem Ort selbst: Das Gebäude der Hochschule lag eingebettet im Gelände; offene Treppen verbanden es mit dem angrenzenden Radweg zu einem halböffentlichen Campus. Die Herausforderung für Nething bestand darin, im Zuge der Transformation die Anforderungen einer modernen Kanzlei an Diskretion, Repräsentation und Effizienz des künftigen Büros zu erfüllen und zugleich den offenen Campuscharakter zu bewahren.
In ihrem Entwurf für den Neubau verfolgten die Architekten eine klare, fast poetische Strategie: Statt den Bestand zu imitieren oder zu überformen, stellten sie ihm einen selbstbewussten Gegenpart zur Seite – einen versetzt angeordneten, turmhaften sechsgeschossigen Neubau, der die horizontale Geste des Bestands mit vertikaler Präsenz beantwortet. „Entstanden ist eine Geste der Umarmung“, betont Nething-Architektin Vilja Bäumann. „Die beiden Baukörper wenden sich wie ein großer und ein kleiner Bruder einander zu, rahmen einen gemeinsamen Platz und formen darüber ein Ensemble, das mehr ist als die Summe seiner Teile.“
Vermeintliche Widersprüche zwischen Bestand und Neubau erweisen sich als durchdachtes Konzept der Kontrapunkte. Die aus weißen Mosaikfliesen bestehende, charakteristische Fassade der Hochschule verwies auf ein digitales Raster und zitiert noch heute die Kommunikationskultur des Ortes. Der Neubau hingegen erhielt eine Glasfaserbetonfassade, die robust und dauerhaft, zugleich fein und stofflich wirkt. Sie steht für den Wertekanon der Wirtschaftskanzlei: Geradlinigkeit, Präzision, Eleganz.
Je nach Licht verändert die Oberfläche ihr Erscheinungsbild – mal plastisch, mal ruhig – und verankert den Baukörper atmosphärisch im Stadtraum. Die Gegensätze aus flach und hoch, horizontal und vertikal, mosaikhaft und linear, weiß und warm getönt, setzen sich bis in die Details fort und lassen die beiden Gebäude in einen architektonischen Dialog treten.
Gebautes Selbstverständnis: Ein Kanzlei-Campus für die Öffentlichkeit
Der Neubau markiert einen bewusst gesetzten Hochpunkt, der die Sichtbeziehungen Ulms neu akzentuiert. Von der Donau und der Neu-Ulmer Seite erscheint er als Teil der Uferlandschaft, von der Innenstadt aus zitiert er in abstrahierter Form die gotische Vertikalität des Ulmer Münsters, aus der Bahnlinie tritt er als markantes Zeichen im infrastrukturellen Kontext hervor. Durch die versetzte Anordnung der beiden Baukörper entsteht ein halböffentlicher Platz, der als klares Signal gegen die Abgeschlossenheit gilt, die Kanzleibauten oft prägt.
„Transparenz nach außen, ohne Vertraulichkeit im Inneren aufzugeben – dieser Balanceakt macht den Campus zu einem Modell für die räumliche Verortung einer neuen Arbeitskultur, die städtische Verantwortung, Gemeinschaft und Identität verbindet“, kommentiert Vilja Bäumann, Nething Architekten.
Auch heute führen Wege und Freiflächen bis an die Gebäudekanten und öffnen das Ensemble für Spaziergänger und Besucher. Mit einem in den Abendstunden bewusst auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Restaurant und einem Fitnessstudio spricht Schneider Geiwitz gezielt eine Einladung an die Bevölkerung aus, das neue Wahrzeichen der Stadt für sich zu entdecken.
Kreative Flächennutzung: Eine neue Typologie der Kanzlei-Arbeitswelt
Die Umnutzung des ehemaligen Hochschulgebäudes zur neuen Bürowelt von Schneider Geiwitz stellte eine der größten Herausforderungen dar. Klassenzimmer mit großer Tiefe und massiven Betonwänden mussten für die vielfältigen Anforderungen und klar definierten Abläufe der Wirtschaftskanzlei in Kanzleistrukturen überführt werden – bei zugleich hohen Brandschutzauflagen. Nething entwickelte dafür ein differenziertes Raumkonzept: Einzelarbeitsplätze wurden entlang der Fassade angeordnet, wo Tageslicht und Ausblick in die Natur die Konzentration fördern. Innenliegende Zonen werden für Besprechungen, Technik oder Think Tanks genutzt.
Als Ergebnis der unregelmäßigen Fensterachsen des Bestands variieren die Raumgrößen. Was zunächst als planerische Herausforderung erschien, erwies sich schließlich als Mehrwert: Die Vielfalt der Räume eröffnete vielseitige Gestaltungsoptionen für Arbeitsbereiche und auch Orte der Begegnung und Erholung.




