20.07.2026 Berlin TXL – Wo die Entwicklung heute steht

Copyright: Berlin TXL Management GmbH | Macina
Fünf Jahre nach der Übernahme des ehemaligen Flughafens Tegel zieht die Berlin TXL Management GmbH Bilanz: Auf einem der größten Stadtentwicklungsareale Europas entsteht Schritt für Schritt ein neuer Innovations-, Wirtschafts- und Wohnstandort für Berlin. Was lange vor allem unter der Oberfläche, in Planungen, Genehmigungen, Räumungen und Erschließung vorbereitet wurde, tritt nun in eine neue Phase: Der Wohnungsbau startet, die Urban Tech Republic wächst, erste Grundstücke werden vermarktet, frühere Terminals werden umgebaut und Nebengebäude bereits vielfältig genutzt.
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Berlin TXL ist kein gewöhnliches Stadtentwicklungsprojekt – es ist ein Zukunftsversprechen für unsere Stadt. Hier entstehen neue und bezahlbare Wohnungen, Arbeitsplätze, Innovation und neue Formen des urbanen Zusammenlebens. Berlin TXL mit dem Schumacher Quartier und der Urban Tech Republic wird ein ganz besonderes Zuhause für die Menschen in unserer Stadt. Die entscheidenden Grundlagen sind gelegt. Nun beginnt auch hier, wie an vielen Orten in der Stadt, die Phase, in der die verschiedenen Entwicklungen sichtbar werden.“
Frank Wolters, Geschäftsführer der Berlin TXL Management GmbH: „Wir haben in den vergangenen Jahren das Fundament für eines der komplexesten Stadtentwicklungsprojekte Europas geschaffen – technisch, planerisch und organisatorisch. Die Bauvorbereitung im Schumacher Quartier ist nahezu abgeschlossen, so dass nun der Wohnungsbau beginnen kann. Gleichzeitig ist die Urban Tech Republic keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität: Die Bestandsgebäude sind nahezu vollständig vermietet, die Grundstücksvermarktung hat begonnen – und wir erleben, dass der Standort bei Unternehmen, Wissenschaft und Innovationspartnern auf großes Interesse stößt.“
Urban Tech Republic: Aus dem Airport wird ein wachsender Innovationsstandort
Die über 200 Hektar große Urban Tech Republic ist fünf Jahre nach der Übernahme keine Planungsvision mehr, sondern ein wachsender Arbeits- und Experimentierraum. Über 40 Unternehmen und Institutionen arbeiten vor Ort – u.a. aus den Bereichen Mobilität, Energie, Werkstoffe, Sensorik und digitale Infrastruktur. Sie nutzen derzeit mehr als 34.000 Quadratmeter Büro-, Werkstatt- und Community-Flächen sowie einen über 600.000 Quadratmeter großen Experimentierraum am Boden und in der Luft. Es ist geplant, die Nutzungsflächen durch temporäre Anlagen zu erweitern.
Parallel hat die Grundstücksvermarktung begonnen. Ende 2025 wurde das erste, knapp 7.000 Quadratmeter große Grundstück in einem öffentlichen Verfahren auf den Markt gebracht; noch für dieses Jahr wird eine Vertragsunterzeichnung angestrebt. Im Herbst 2026 folgt das zweite, knapp 4.500 Quadratmeter große Grundstück. Danach gewinnt die Vermarktung deutlich an Dynamik: 2027 kommen rund 95.000 Quadratmeter Gewerbeflächen auf den Markt, 2028 weitere rund 114.300 Quadratmeter Gewerbe- sowie rund 9.500 Quadratmeter Sondergebietsflächen. Bis Ende des ersten Bauabschnitts folgen weitere Vermarktungstranchen. Mit Abschluss des vierten Bauabschnitts bietet die Urban Tech Republic Raum für bis zu 1.000 Unternehmen und 20.000 Arbeitsplätze.
Die wirtschaftliche Perspektive ist entsprechend groß:
• Bruttowertschöpfung in Berlin TXL: über 1,8 Mrd. Euro p. a. (bei 17.000 Arbeitsplätzen)
• Bruttowertschöpfung für Berlin gesamt: gut 3,1 Mrd. Euro p. a. (bei 17.000 Arbeitsplätzen)
• Steuereffekte durch die Entwicklung von Berlin TXL für das Land Berlin: rd. 217 Mio. Euro p.a.
(Quelle: Empirica-Studie April 2026)
Die Grundstücke werden im Erbbaurecht vergeben. Das Land Berlin bleibt damit Eigentümer und sichert sich zugleich dauerhaft Einfluss auf die Entwicklung und Qualität des Standorts.
Berlin TXL als Reallabor: Testen zu Land, in der Luft und digital
Ein besonderer Standortvorteil von Berlin TXL liegt in seiner Größe und Entwicklungsumgebung. Wo früher Flugzeuge starteten, werden heute neue Technologien erprobt. Insbesondere das Vorfeld und der Luftraum bieten einzigartige Experimentiermöglichkeiten für Sensorik, Mobilitätsanwendungen, autonome Systeme und Drohnentechnologien. Dass der Bedarf groß ist, zeigt die Nutzung des Ende 2024 gestarteten Angebots: Bereits 2025 wurden auf dem Gelände ca. 1.000 Teststunden absolviert.
Gleichzeitig entsteht die digitale Infrastruktur für den Standort von morgen – und zwar auch über Berlin TXL hinaus, wie das Beispiel des Wärmekatasters Berlin zeigt, das auf dem gleichen System aufsetzt. Über Sensoren, Messstellen und digitale Modelle werden Daten zu Energie, Wasser, Gebäuden und Freiräumen erfasst und ausgewertet. Ein Open-Data-Geoportal, digitale Zwillinge und eine standortweite IoT-Plattform werden Standort- und Planungsdaten sukzessive breiter nutzbar machen.
Bestand wird Zukunft: Flughafengebäude im denkmalgerechten Umbau
Die Transformation von Berlin TXL ist auch ein Projekt des Um- und Weiterbauens. Historische Terminals, Hangars, Werkstätten, Hallen oder die Energiezentrale werden nicht abgerissen, sondern für neue Nutzungen denkmalgerecht umgebaut und saniert. Das ist technisch anspruchsvoll, genehmigungs- und kostenintensiv – erhält den unverwechselbaren Charakter des Standorts und schont zugleich Ressourcen, weil bestehende Bausubstanz konsequent weitergenutzt wird.
• Der Umbau von Terminal A zum künftigen Hochschulstandort Campus TXL schreitet unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen voran. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, und Ende Juli findet der Spatenstich für die Baumaßnahme statt.
• Auch Terminal B geht in die nächste Phase. Der Bauantrag für das künftige Gründungs- und Innovationszentrum ist eingereicht und die zweite Rückbauphase hat im Frühjahr begonnen, bei der Urban Mining umgesetzt wird. Ab 2028 startet der Umbau; 2031 sollen dort das Gründungs- und Innovationszentrum, ein Eventcenter und Makerspaces in Betrieb gehen.
• Terminal D wird zum Technologiezentrum für Mobilität, Künstliche Intelligenz und Robotik umgebaut. 2027 beginnt die Bauplanung. Aktuell läuft eine umfassende Bestandsaufnahme, um Bauteile und Materialien systematisch zu erfassen und kreislaufgerecht weiterzuverwenden – ein Re-Use-Ansatz, mit dem Berlin TXL neue Maßstäbe für ressourcenschonende Stadtentwicklung setzen will.
• Die Energiezentrale E1 wird ebenfalls weiterentwickelt: Die Baugenehmigung liegt vor, Bauvergaben und technische Vorbereitungen starten in diesem Jahr, die Fertigstellung ist für 2029 geplant.
Infrastruktur: Transformation unter der Oberfläche
Parallel schreitet die technische Erschließung des Gesamtareals voran. Die Kampfmittelräumung und Bauvorbereitung im ersten Bauabschnitt des Schumacher Quartiers sind nahezu abgeschlossen. Altlasten wurden untersucht, Flächen vorbereitet, Baustraßen eingerichtet und drei Baustellenzufahrten geschaffen. Der Rückbau der Rollwegbrücke an der bekannten Südzufahrt in Richtung Terminalgebäude wird in diesen Tagen abgeschlossen. Die Erneuerung des Regenwasserkanals in der Hangarstraße wurde erfolgreich realisiert und die Arbeiten am Schwellenbauwerk am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal – ein zentraler Baustein für die künftige Regenwasserbewirtschaftung – gehen voran.
Kennzahlen der Baustellenvorbereitung von 2021 bis heute:
• Knapp 620.000 Quadratmeter wurden auf Kampfmittel untersucht und beräumt – eine Fläche so groß wie 87 Fußballfelder
• Dabei wurden 860.000 Kubikmeter Erde bewegt – mehr als 55.000 Lkw-Ladungen
• Über 30.000 Stück Munition wurden geborgen und unschädlich gemacht
• Zu den bemerkenswerten Funden der Kampfmittelräumung zählen eine 250kg-Bombe, ein Großfund mit 61 bleiummantelten Artillerie-Granaten aus dem 19. Jahrhundert, eine vollständig erhaltene Kanonenkugel mit einem Durchmesser von 50 cm sowie ein Kürass (Brustpanzer) von ca. 1870
• 2025 wurden knapp 45.000 Lkw-Einfahrten auf das Gelände registriert – Tendenz steigend
Schumacher Quartier: Der Wohnungsbau startet
Mit dem Schumacher Quartier startet die sichtbarste Phase der Entwicklung von Berlin TXL. Im Herbst beginnt die degewo gemeinsam mit B&O den Bau der ersten Wohngebäude. In den Baulosen 12 und 28 am Kurt-Schumacher-Damm entstehen zunächst rund 328 Wohnungen. Der Einzug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner ist ab Ende 2028 geplant.
Insgesamt werden im Schumacher Quartier auf 46 Hektar mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen entstehen. Damit leistet Berlin TXL einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Berliner Wohnungsmarktes. Die Entwicklung folgt einem gemeinwohlorientierten Modell: 50 Prozent der Grundstücke gehen an landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, 40 Prozent an Genossenschaften und Baugruppen sowie 10 Prozent an Träger besonderer Wohnformen.
Zwei Bebauungspläne für das Schumacher Quartier sind festgesetzt – für den ersten Teilbauabschnitt sowie für den Bildungscampus. Für die ersten Baufelder wurden Einbringungs- und Realisierungsverträge mit degewo und GESOBAU abgeschlossen. Parallel werden weitere Baufelder entwickelt, der Schulcampus gemeinsam mit der HOWOGE geplant und der Quartierspark vorbereitet. Der Abschluss der Gesamtentwicklung ist aus heutiger Sicht für die Mitte der 2030er Jahre vorgesehen.
Community, Kultur und Standortleben:
Neben Planung, Bauvorbereitung und Vermarktung gibt auf dem Gelände schon heute Standortleben. In der Frachthalle wurde ein Community-Management etabliert, das Unternehmen, Hochschulen und Partner besser vernetzt. Die ehemalige Frachtkantine wird als Kulturstandort genutzt. Mit der Modellfläche des Kollektivs Khisdapaze, unterstützt durch die Berliner Kulturverwaltung, ist ein sozialer und kultureller Treffpunkt entstanden. Clubnutzungen, Festivals und Märkte zeigen, dass Berlin TXL bereits während der Transformation Räume für Begegnung, Kultur und Austausch schafft. Und auch als Drehort ist das Areal gefragt: mehr als ein Dutzend Serien-, Film- und Musikvideo-Produktionen haben hier im letzten Jahr stattgefunden, u.a. für Tatort, Achtsam Morden oder John Wick: Kapitel 4.
Ausblick: Die nächsten fünf Jahre machen Berlin TXL sichtbar
Die kommenden Jahre bringen Berlin TXL mehr Baustellen, mehr Nutzungen, mehr Investitionen, mehr sichtbare Stadt. Bis Anfang der 2030er Jahre wird der erste Bauabschnitt von Berlin TXL weitgehend umgesetzt sein: Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ziehen ab 2028 ein. Gleichzeitig wächst der Campus TXL im und um Terminal A zu einem neuen Hochschulstandort heran. In Terminal B entsteht ein Gründungs- und Innovationszentrum mit Eventflächen und Makerspaces, während Terminal D zum Technologiezentrum für Mobilität, Künstliche Intelligenz und Robotik entwickelt wird. Parallel dazu werden weitere Entwicklungsflächen erschlossen, Experimentier- und Forschungsflächen ausgebaut sowie Grundstücke für Unternehmen und Investoren vermarktet. Die ersten privaten Bauvorhaben werden das Gelände zunehmend prägen.
Berlin TXL tritt damit aus der Phase der Vorbereitung heraus. Auf dem ehemaligen Flughafen entsteht Schritt für Schritt ein neuer Wirtschafts-, Wissenschafts- und Wohnstandort für Berlin – Quartiere, Parks, ein Hochschul-Campus, Test- und Experimentierflächen, Werkstätten und neue Arbeitsorte. Fünf Jahre nach der Übernahme ist die Transformation nicht abgeschlossen – aber sie ist angekommen: Die Grundlagen sind gelegt, die ersten Nutzungen etabliert, der Wohnungsbau beginnt, die Vermarktung läuft und die Zukunft des Standorts wird zunehmend sichtbar.
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Berlin TXL ist kein gewöhnliches Stadtentwicklungsprojekt – es ist ein Zukunftsversprechen für unsere Stadt. Hier entstehen neue und bezahlbare Wohnungen, Arbeitsplätze, Innovation und neue Formen des urbanen Zusammenlebens. Berlin TXL mit dem Schumacher Quartier und der Urban Tech Republic wird ein ganz besonderes Zuhause für die Menschen in unserer Stadt. Die entscheidenden Grundlagen sind gelegt. Nun beginnt auch hier, wie an vielen Orten in der Stadt, die Phase, in der die verschiedenen Entwicklungen sichtbar werden.“
Frank Wolters, Geschäftsführer der Berlin TXL Management GmbH: „Wir haben in den vergangenen Jahren das Fundament für eines der komplexesten Stadtentwicklungsprojekte Europas geschaffen – technisch, planerisch und organisatorisch. Die Bauvorbereitung im Schumacher Quartier ist nahezu abgeschlossen, so dass nun der Wohnungsbau beginnen kann. Gleichzeitig ist die Urban Tech Republic keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität: Die Bestandsgebäude sind nahezu vollständig vermietet, die Grundstücksvermarktung hat begonnen – und wir erleben, dass der Standort bei Unternehmen, Wissenschaft und Innovationspartnern auf großes Interesse stößt.“
Urban Tech Republic: Aus dem Airport wird ein wachsender Innovationsstandort
Die über 200 Hektar große Urban Tech Republic ist fünf Jahre nach der Übernahme keine Planungsvision mehr, sondern ein wachsender Arbeits- und Experimentierraum. Über 40 Unternehmen und Institutionen arbeiten vor Ort – u.a. aus den Bereichen Mobilität, Energie, Werkstoffe, Sensorik und digitale Infrastruktur. Sie nutzen derzeit mehr als 34.000 Quadratmeter Büro-, Werkstatt- und Community-Flächen sowie einen über 600.000 Quadratmeter großen Experimentierraum am Boden und in der Luft. Es ist geplant, die Nutzungsflächen durch temporäre Anlagen zu erweitern.
Parallel hat die Grundstücksvermarktung begonnen. Ende 2025 wurde das erste, knapp 7.000 Quadratmeter große Grundstück in einem öffentlichen Verfahren auf den Markt gebracht; noch für dieses Jahr wird eine Vertragsunterzeichnung angestrebt. Im Herbst 2026 folgt das zweite, knapp 4.500 Quadratmeter große Grundstück. Danach gewinnt die Vermarktung deutlich an Dynamik: 2027 kommen rund 95.000 Quadratmeter Gewerbeflächen auf den Markt, 2028 weitere rund 114.300 Quadratmeter Gewerbe- sowie rund 9.500 Quadratmeter Sondergebietsflächen. Bis Ende des ersten Bauabschnitts folgen weitere Vermarktungstranchen. Mit Abschluss des vierten Bauabschnitts bietet die Urban Tech Republic Raum für bis zu 1.000 Unternehmen und 20.000 Arbeitsplätze.
Die wirtschaftliche Perspektive ist entsprechend groß:
• Bruttowertschöpfung in Berlin TXL: über 1,8 Mrd. Euro p. a. (bei 17.000 Arbeitsplätzen)
• Bruttowertschöpfung für Berlin gesamt: gut 3,1 Mrd. Euro p. a. (bei 17.000 Arbeitsplätzen)
• Steuereffekte durch die Entwicklung von Berlin TXL für das Land Berlin: rd. 217 Mio. Euro p.a.
(Quelle: Empirica-Studie April 2026)
Die Grundstücke werden im Erbbaurecht vergeben. Das Land Berlin bleibt damit Eigentümer und sichert sich zugleich dauerhaft Einfluss auf die Entwicklung und Qualität des Standorts.
Berlin TXL als Reallabor: Testen zu Land, in der Luft und digital
Ein besonderer Standortvorteil von Berlin TXL liegt in seiner Größe und Entwicklungsumgebung. Wo früher Flugzeuge starteten, werden heute neue Technologien erprobt. Insbesondere das Vorfeld und der Luftraum bieten einzigartige Experimentiermöglichkeiten für Sensorik, Mobilitätsanwendungen, autonome Systeme und Drohnentechnologien. Dass der Bedarf groß ist, zeigt die Nutzung des Ende 2024 gestarteten Angebots: Bereits 2025 wurden auf dem Gelände ca. 1.000 Teststunden absolviert.
Gleichzeitig entsteht die digitale Infrastruktur für den Standort von morgen – und zwar auch über Berlin TXL hinaus, wie das Beispiel des Wärmekatasters Berlin zeigt, das auf dem gleichen System aufsetzt. Über Sensoren, Messstellen und digitale Modelle werden Daten zu Energie, Wasser, Gebäuden und Freiräumen erfasst und ausgewertet. Ein Open-Data-Geoportal, digitale Zwillinge und eine standortweite IoT-Plattform werden Standort- und Planungsdaten sukzessive breiter nutzbar machen.
Bestand wird Zukunft: Flughafengebäude im denkmalgerechten Umbau
Die Transformation von Berlin TXL ist auch ein Projekt des Um- und Weiterbauens. Historische Terminals, Hangars, Werkstätten, Hallen oder die Energiezentrale werden nicht abgerissen, sondern für neue Nutzungen denkmalgerecht umgebaut und saniert. Das ist technisch anspruchsvoll, genehmigungs- und kostenintensiv – erhält den unverwechselbaren Charakter des Standorts und schont zugleich Ressourcen, weil bestehende Bausubstanz konsequent weitergenutzt wird.
• Der Umbau von Terminal A zum künftigen Hochschulstandort Campus TXL schreitet unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen voran. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, und Ende Juli findet der Spatenstich für die Baumaßnahme statt.
• Auch Terminal B geht in die nächste Phase. Der Bauantrag für das künftige Gründungs- und Innovationszentrum ist eingereicht und die zweite Rückbauphase hat im Frühjahr begonnen, bei der Urban Mining umgesetzt wird. Ab 2028 startet der Umbau; 2031 sollen dort das Gründungs- und Innovationszentrum, ein Eventcenter und Makerspaces in Betrieb gehen.
• Terminal D wird zum Technologiezentrum für Mobilität, Künstliche Intelligenz und Robotik umgebaut. 2027 beginnt die Bauplanung. Aktuell läuft eine umfassende Bestandsaufnahme, um Bauteile und Materialien systematisch zu erfassen und kreislaufgerecht weiterzuverwenden – ein Re-Use-Ansatz, mit dem Berlin TXL neue Maßstäbe für ressourcenschonende Stadtentwicklung setzen will.
• Die Energiezentrale E1 wird ebenfalls weiterentwickelt: Die Baugenehmigung liegt vor, Bauvergaben und technische Vorbereitungen starten in diesem Jahr, die Fertigstellung ist für 2029 geplant.
Infrastruktur: Transformation unter der Oberfläche
Parallel schreitet die technische Erschließung des Gesamtareals voran. Die Kampfmittelräumung und Bauvorbereitung im ersten Bauabschnitt des Schumacher Quartiers sind nahezu abgeschlossen. Altlasten wurden untersucht, Flächen vorbereitet, Baustraßen eingerichtet und drei Baustellenzufahrten geschaffen. Der Rückbau der Rollwegbrücke an der bekannten Südzufahrt in Richtung Terminalgebäude wird in diesen Tagen abgeschlossen. Die Erneuerung des Regenwasserkanals in der Hangarstraße wurde erfolgreich realisiert und die Arbeiten am Schwellenbauwerk am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal – ein zentraler Baustein für die künftige Regenwasserbewirtschaftung – gehen voran.
Kennzahlen der Baustellenvorbereitung von 2021 bis heute:
• Knapp 620.000 Quadratmeter wurden auf Kampfmittel untersucht und beräumt – eine Fläche so groß wie 87 Fußballfelder
• Dabei wurden 860.000 Kubikmeter Erde bewegt – mehr als 55.000 Lkw-Ladungen
• Über 30.000 Stück Munition wurden geborgen und unschädlich gemacht
• Zu den bemerkenswerten Funden der Kampfmittelräumung zählen eine 250kg-Bombe, ein Großfund mit 61 bleiummantelten Artillerie-Granaten aus dem 19. Jahrhundert, eine vollständig erhaltene Kanonenkugel mit einem Durchmesser von 50 cm sowie ein Kürass (Brustpanzer) von ca. 1870
• 2025 wurden knapp 45.000 Lkw-Einfahrten auf das Gelände registriert – Tendenz steigend
Schumacher Quartier: Der Wohnungsbau startet
Mit dem Schumacher Quartier startet die sichtbarste Phase der Entwicklung von Berlin TXL. Im Herbst beginnt die degewo gemeinsam mit B&O den Bau der ersten Wohngebäude. In den Baulosen 12 und 28 am Kurt-Schumacher-Damm entstehen zunächst rund 328 Wohnungen. Der Einzug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner ist ab Ende 2028 geplant.
Insgesamt werden im Schumacher Quartier auf 46 Hektar mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen entstehen. Damit leistet Berlin TXL einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Berliner Wohnungsmarktes. Die Entwicklung folgt einem gemeinwohlorientierten Modell: 50 Prozent der Grundstücke gehen an landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, 40 Prozent an Genossenschaften und Baugruppen sowie 10 Prozent an Träger besonderer Wohnformen.
Zwei Bebauungspläne für das Schumacher Quartier sind festgesetzt – für den ersten Teilbauabschnitt sowie für den Bildungscampus. Für die ersten Baufelder wurden Einbringungs- und Realisierungsverträge mit degewo und GESOBAU abgeschlossen. Parallel werden weitere Baufelder entwickelt, der Schulcampus gemeinsam mit der HOWOGE geplant und der Quartierspark vorbereitet. Der Abschluss der Gesamtentwicklung ist aus heutiger Sicht für die Mitte der 2030er Jahre vorgesehen.
Community, Kultur und Standortleben:
Neben Planung, Bauvorbereitung und Vermarktung gibt auf dem Gelände schon heute Standortleben. In der Frachthalle wurde ein Community-Management etabliert, das Unternehmen, Hochschulen und Partner besser vernetzt. Die ehemalige Frachtkantine wird als Kulturstandort genutzt. Mit der Modellfläche des Kollektivs Khisdapaze, unterstützt durch die Berliner Kulturverwaltung, ist ein sozialer und kultureller Treffpunkt entstanden. Clubnutzungen, Festivals und Märkte zeigen, dass Berlin TXL bereits während der Transformation Räume für Begegnung, Kultur und Austausch schafft. Und auch als Drehort ist das Areal gefragt: mehr als ein Dutzend Serien-, Film- und Musikvideo-Produktionen haben hier im letzten Jahr stattgefunden, u.a. für Tatort, Achtsam Morden oder John Wick: Kapitel 4.
Ausblick: Die nächsten fünf Jahre machen Berlin TXL sichtbar
Die kommenden Jahre bringen Berlin TXL mehr Baustellen, mehr Nutzungen, mehr Investitionen, mehr sichtbare Stadt. Bis Anfang der 2030er Jahre wird der erste Bauabschnitt von Berlin TXL weitgehend umgesetzt sein: Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ziehen ab 2028 ein. Gleichzeitig wächst der Campus TXL im und um Terminal A zu einem neuen Hochschulstandort heran. In Terminal B entsteht ein Gründungs- und Innovationszentrum mit Eventflächen und Makerspaces, während Terminal D zum Technologiezentrum für Mobilität, Künstliche Intelligenz und Robotik entwickelt wird. Parallel dazu werden weitere Entwicklungsflächen erschlossen, Experimentier- und Forschungsflächen ausgebaut sowie Grundstücke für Unternehmen und Investoren vermarktet. Die ersten privaten Bauvorhaben werden das Gelände zunehmend prägen.
Berlin TXL tritt damit aus der Phase der Vorbereitung heraus. Auf dem ehemaligen Flughafen entsteht Schritt für Schritt ein neuer Wirtschafts-, Wissenschafts- und Wohnstandort für Berlin – Quartiere, Parks, ein Hochschul-Campus, Test- und Experimentierflächen, Werkstätten und neue Arbeitsorte. Fünf Jahre nach der Übernahme ist die Transformation nicht abgeschlossen – aber sie ist angekommen: Die Grundlagen sind gelegt, die ersten Nutzungen etabliert, der Wohnungsbau beginnt, die Vermarktung läuft und die Zukunft des Standorts wird zunehmend sichtbar.




