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30.05.2014 Historisches Industriegebiet metaWERK Park Zwickau neu belebt

Zu einem lebendigen Exkurs durch Historie, Gegenwart und Zukunft des Zwickauer Industrieareals Pölbitzer Straße gestaltete sich die Feier zum 125-jährigen Standortjubiläum am 23. Mai 2014. Der Einladung der ZKZ Verwaltungsaktiengesellschaft und der metaWERK AG waren rund 130 Gäste aus Wirtschaft und Politik gefolgt.

1889 begann mit der Ansiedlung der Zwickauer Kammgarnspinnerei AG (ZKZ) durch die Unternehmerfamilie Schön aus Werdau die industrielle Nutzung des Geländes. 1896 folgte die Baumwollspinnerei, später prägten auch die Automobilwerke Audi, Auto Union sowie Sachsenring den Industriestandort. Anfang der 1990er Jahre drohte das Aus. Dass dieses Gelände seit der Jahrtausendwende eine gelungene Renaissance erfuhr, ist dem Engagement der ebenfalls auf das Jahr 1889 zurückgehenden ZKZ Verwaltungsaktiengesellschaft und dem auf ihre Initiative hin gegründeten Immobiliendienstleister und Projektentwickler metaWERK AG zu verdanken.

Seit 16 Jahren setzen sie auf dem traditionellen Gelände zukunftsträchtige Akzente. Nach flächendeckenden Abbruch- und Beräumungsarbeiten erfolgten Neuansiedlungen von Industrieunternehmen und Dienstleistern in schnellen Schritten. Den Anfang machte 2001 das niederländische Logistikunternehmen Ewals Cargo Care, für dessen Bedarf bereits 2002 eine Erweiterung folgte. Seit 2003 arbeitet die Grammer AG (Amberg) auf dem Gelände, seit 2005 die Rehau AG + Co., beides Automobilzulieferer, für die ebenfalls bereits umfangreiche Erweiterungen vorgenommen wurden. 2006 zog die Agentur für Arbeit Zwickau in das generalsanierte historische Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei von 1896 ein. Der Montagespezialist Würth, eine Dienststelle des Hauptzollamts Erfurt, der Logistikdienstleister DHL und der Haustechnikspezialist Richter & Frenzel betreiben ebenfalls Niederlassungen im Industrie- und Dienstleistungspark metaWERK Zwickau. Jüngster Mieter ist der internationale Logistikdienstleister Duvenbeck.

Rund 450.000 Quadratmeter Fläche haben die Projektentwickler seit 2001 revitalisiert und dafür ca. 140 Millionen Euro aufgewendet. Mit diesem Investment ist die Schaffung von 2.500 qualifizierten Vollzeitarbeitsplätzen einhergegangen.

Diese aus privater unternehmerischer Initiative resultierenden Leistungen wurden auf der Festveranstaltung vielfach gewürdigt. Dr. Rüdiger Fikentscher, Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt a. D., erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge der Industrialisierung in Zwickau, die seine Familie wesentlich mit geprägt hat. Friedrich Christian Fikentscher gründete 1845 mit Glashütte und Steinzeugwerk eine der ersten Fabriken in der Stadt. Sein Nachfahre Friedrich Paul Fikentscher war erster Investor, als August Horch 1904 in Zwickau den westsächsischen Automobilbau begründete. Dr. Fikentscher zeigte auf, dass eine aktive Netzwerkarbeit innerhalb der Familie sowie in Wirtschaft, Politik, Bildung und Kultur unternehmerischen Erfolg begünstigte, eine Erkenntnis, die nach wie vor Gültigkeit hat.

Das unternehmerische Engagement von Familienunternehmen, die oft erfolgreicher sind als DAX-Konzerne, betonte Prof. Dr. Andreas E. Steinmann. Der Unternehmensberater verkörpert die 19. Generation der Fabrikantenfamilie Schön, die 1949 Zwickau verlassen musste. Im Sinne der Familientradition sei der metaWERK-Park entstanden, auch wenn die Jahre zwischen 1989 und 1998 von einem harten Ringen mit Behörden um die Rückübertragung des Grundeigentums geprägt waren. Aber Hartnäckigkeit und unternehmerischer Einsatz habe letztendlich zum Erfolg geführt.

Nicht an die Tradition der Produktion am Standort Pölbitzer Straße, sondern an die Tradition der unternehmerischen Initiative habe sich ein Expertenteam aus Ost und West angeschlossen, als es ab Mitte der 1990er Jahre von der Meta-Ebene aus an die Aufgabe herangegangen ist, das Gelände mit neuem industriellen Leben zu erfüllen. Damit sei zugleich auch der Name metaWERK entstanden, erläuterte der ZKZ-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Müller. Er betonte, dass für die Entwicklung des Geländes zu keiner Zeit öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen wurden. Gegenwärtig erfolgt die Erschließung von weiteren 160.000 Quadratmetern. Auf etwa der Hälfte davon werden Produktions- und Logistikflächen entstehen. Die Tatsachen sind schon lange gut, jetzt müssen Emotionen kommen, sagte Michael Müller und verwies darauf, dass die Standortqualität von Zwickau deutlich stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden muss.

In Grußworten würdigten Kunden, Partner und weitere Wegbegleiter die Leistungen von ZKZ und metaWERK. Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß dankte den Machern des Standortes für die daraus resultierenden Arbeitsplätze und den generell damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung, der ganz in der Tradition Zwickauer Industrieller wie Fikentscher, Schön oder Horch stehe.

Nach dem Festakt folgte eine öffentliche Jubiläumsparty auf dem Pölbitzer Platz. Unternehmen aus dem metaWERK-Industrie- und Dienstleistungspark stellten ihre Produkte vor und luden zu Trailerfahrten durch das Gelände ein. Bei Musik, Showeinlagen von Böttcher & Fischer von Radio R.SA, Segway-Fahrten sowie Kinderprogramm wurden Alt und Jung gut unterhalten.





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