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06.06.2017 Hamburger Büro gewinnt Wettbewerb um Quartier am Klosterwall

Visualisierungen: KPW Papay Warncke und Partner
Die Hamburger Architekten KPW Papay Warncke und Partner sollen das neue Tor zur Innenstadt bauen. Im Wettbewerb um die Neugestaltung des Klosterwall-Areals votierte das internationale Preisgericht für den Entwurf des Büros, das bereits die Entwicklung des Katharinenquartiers verantwortete.

Ziel des zweiphasigen Wettbewerbs war die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für den Standort. Der Entwurf sollte eine Fortschreibung und gleichzeitig eine Neuinterpretation der Architektur des als Welterbe anerkannten Kontorhausviertels aufzeigen. Zu entwickeln war eine das städtische Umfeld belebende Nutzungsmischung aus Wohnen, Hotel, Kultur, Einzelhandel und Büro. Von ursprünglich 29 Büros hatten in der zweiten Phase des Wettbewerbes, der von AUG. PRIEN Immobilien Gesellschaft für Projektentwicklung mbH durchgeführt wurde, sieben ihre vertiefenden Konzepte präsentiert.

Das Konzept von KPW Papay Warncke und Partner überzeugte das Preisgericht durch seine Solidität. Es besteht aus einem Block mit drei eigenständigen Gebäuden mit drei Innenhöfen und einer gemeinsamen Firsthöhe. Jede Seite dieses Blocks reagiert auf die jeweilige städtebauliche Situation: zum Klosterwall hin als kompakte Vervollständigung des Altstadtrings, in Richtung Hauptbahnhof und Deichtorplatz mit geraden Platzkanten. Die Fassaden sind nach außen und innen leicht gestaffelt, ihre Gestaltung erfolgt nach dem Prinzip „Vielfalt in Einheit.“ Im Norden, in Richtung des Hauptbahnhofes, ist ein Hotel untergenbracht, im Süden ein Büro und Geschäftsgebäude. Platz für den Einzelhandel, für Gewerbe und Kultureinrichtungen, ist im Sockel vorgesehen. Der mittlere Block ist die zentrale Wohneinheit mit einem ruhigen, abgeschirmten Innenhof. Auch eine Kita soll hier untergebracht werden.

„Einmal mehr hat sich gezeigt, dass ein sorgfältig vorbereitetes Wettbewerbsverfahren Lösungen und Perspektiven für städtebaulich anspruchsvolle Aufgaben hervorbringen kann. Der erste Preis überzeugt durch sein aus dem Kontext entwickeltes Grundkonzept und seiner architektonischen Referenz zum Weltkulturerbe“, betonte Fritz Schumacher, Vorsitzender des Preisgerichtes. In ihm waren neben renommierten Architekten auch Vertreter der Parteien, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Mitte sowie von AUG. PRIERN vertreten. Aufgrund der Lage in der Pufferzone des Weltkulturerbes waren hohe, denkmalpflegerische Anforderungen zu erfüllen.

„Die Aufgabe für die vielen Wettbewerbsteilnehmer war sehr komplex. Wir sind sehr angetan von der intensiven Arbeit aller Büros und absolut überzeugt von dem Sieger-Entwurf“, sagte Frank Holst, Geschäftsführer bei AUG. PRIEN. Diese Einschätzung teilt Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Das neue Quartier am Klosterwall wird das Gesicht Hamburgs entscheidend prägen. Es bietet die Chance, den südlichen Stadteingang zur Innenstadt aufzuwerten und neu zu gestalten. Städtebaulich überzeugt der Entwurf von KPW mit seiner aus drei Gebäuden zusammengesetzten Gestalt, die sich gut in die Umgebung einfügt. Ich bin sehr froh, dass sich der Entwurf mit dem Kontorhausviertel und dem Weltkulturerbe sehr gut verträgt. Die Entscheidung heute bildet keinen Abschluss, sondern ist der Beginn einer breiten, fruchtbaren öffentlichen Diskussion über diesen städtebaulich bedeutsamen Ort.“

„Von Süden kommend weithin sichtbar, markiert die Bebauung am Klosterwall das Entree in die Hamburger Innenstadt. Es ist deshalb wichtig, dass das Neubauprojekt diese Bedeutung angemessen widerspiegelt und sich zugleich gut in das Umfeld mit dem angrenzenden Kontorhausviertel einfügt“, meinte Falko Droßmann, Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte und wie Oberbaudirektor Jörn Walter Mitglied des Preisgerichts. „Es ist eine große Chance für Hamburg mit diesem durchdachten Entwurf, einen noblen Eingang in seine Innenstadt zu erhalten, der die Perlen Chilehaus und Sprinkenhof nicht zu übertrumpfen versucht, aber mit seinen schönen Erdgeschosszonen, dem Wohnen und anderem mehr, eine stadträumliche Fassung gibt. Diese führt das Kontorhausviertel endlich auch funktional zu dem Leben, das ihm kulturell eigentlich schon immer gebührt.“

Einbezogen in das Votum des Preisgerichts war auch das Votum der Bürger. Eine öffentliche Ausstellung der verbliebenen Wettbewerbsmodelle zählte mehr als 400 Besucher, die per Karteikarte ihr Votum abgeben konnte. Ab Vorabend der Preisgerichtssitzung stellten die Architekten zudem auf einer öffentlichen Sitzung ihre Entwürfe vor. Den geteilten zweiten Platz belegten die Entwürfe des spanischen Architekten Rafael Moneo sowie vom Schweizer Büro E2A.








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