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21.07.2015 RICS erstellt zum vierten Mal europäische Nachhaltigkeitsstatistik

Die Professional Group (PG) Sustainability der RICS Deutschland hat zum vierten Mal eine europäische Nachhaltigkeitsstatistik erstellt. Sie wird von der RICS erhoben, um die Entwicklung des Zertifizierungsmarktes zu beleuchten und dessen Transparenz zu erhöhen.

Gegenstand der Erhebung sind gewerblich genutzte Immobilien wie Büro, Handel, Logistik, Hotels etc. Erfasst werden Vorzertifikate und Zertifikate für Neubauten sowie für Bestandsgebäude, Zertifikate für Wohngebäude werden nicht berücksichtigt.

Die RICS kommt zu folgenden Ergebnissen:

• Ungebrochene Zunahme von Zertifizierungen in Europa
• Nationale Unterschiede in der Entwicklung
• Trend zu internationalen Zertifikaten wie BREEAM und LEED
• Zunehmender Fokus auf Bestandszertifikate
• Ausbreitung von BREEAM insbesondere im Bestand über ganz Europa

Dipl.-Ing. M.Sc. Simone Lakenbrink MRICS, Vorsitzende der PG Sustainability der RICS Deutschland: „Nachhaltigkeit hat sich in der Immobilienwirtschaft etabliert und ist damit aus der Rolle der Zertifizierung bekannter Leuchtturmprojekte im Neubau längst hinausgewachsen. Nachhaltigkeit im Neubau wird, wie die Zahlen zeigen, vielfach umgesetzt. Wird sie aber während der Bewirtschaftungs- und Nutzungsphase nicht voll fortgesetzt, können ihre Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Neben der Neubauzertifizierung rückt folgerichtig und zeitversetzt auch die Bewirtschaftung und Nutzung von Gebäuden in den Fokus, was die steigenden Zahlen der Bestandszertifikate Europaweit verdeutlicht.”

Gebäude werden aufgrund steigender gesetzlicher Anforderungen und Themen wie Nachhaltigkeit technisch anspruchsvoller. Dadurch steigen die Anforderungen, die sich nicht zuletzt auf Betreiber und Nutzer niederschlagen. In Fortentwicklung von Neubauzertifikaten bewerten Zertifizierungssysteme demzufolge in Bestandsobjekten nicht nur den baulichen Bestand, sondern vermehrt auch Kriterien der Bewirtschaftung und Nutzung.

Lakenbrink: „Insbesondere in der Bestandszertifizierung ist es zwingende Voraussetzung, aus einer Status-Quo-Bewertung hinaus Optimierungspotenziale zu identifizieren, Ziele zu definieren, entsprechende Maßnahmen zum Werterhalt umzusetzen und regelmäßig zu überprüfen, um die Performance des Gebäudes zu heben und somit eine Repositionierung zu fördern.“

Schlussendlich ist es den Eigentümern, Betreibern und Nutzern von Immobilien überlassen, wie sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie ausrichten. Instrumente wie Zertifizierungen bieten dabei eine Möglichkeit, die Nachhaltigkeitsperformance zu bewerten. „Eine Fusion von Systemen und Anbietern ist nicht zuletzt aus Gründen der Diversifizierung derzeit aber noch nicht in Sicht. Dennoch finden sich seit 2015 die ersten weltweiten Kooperationen wie sie z.B. GRESB mit dem USGBC und dem BRE eingegangen ist“, so Lakenbrink abschließend.



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