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14.10.2015 London ist teuerster Arbeits- und Wohnort weltweit

Dem jüngsten Savills Live/Work Index zufolge, der die Mietkosten für Büro- und Wohnraum pro Person und Jahrgegenüberstellt, sind London, Hongkong und New York die teuersten Städte der Welt für Unternehmen, um dort Mitarbeiter anzusiedeln, wobei London knapp an der Spitze liegt. In London und New York stellen sich die Immobilienkosten im Verhältnis zur wirtschaftlichen Produktivität jedoch günstiger dar als in Hongkong, Shanghai und Mumbai, berichtet das Immobiliendienstleistungsunternehmen in seinem 12 Cities Report. Nach dieser Maßregel bieten Sydney, Los Angeles und San Francisco das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

In London lagen die Kosten für Wohn- und Büroraum in der ersten Jahreshälfte 2015 bei durchschnittlich 118.425 US$, was einen Anstieg von 20,7 % seit Einführung des Index im Jahr 2008 bedeutet. Dies ist nur geringfügig teurer als in Hongkong, wo sich die Kosten seit 2008 um lediglich 0,4 % erhöht haben bzw. in New York, das einen Anstieg von 28,4 % verzeichnet. Am deutlichsten zugelegt hat San Francisco mit einem Wachstum von 59,8 % seit 2008. Die günstigste Stadt im Index ist Mumbai, in der die Kosten für die Unterbringung von Mitarbeitern lediglich 29.088 US$ betragen und damit seit 2008 um nur 2,4 % stiegen, während Shanghai auf 38.089 US$ bzw. einen Anstieg von 15,6 %.

Jedoch sind Savills zufolge die Unterkunftskosten nur eines der Kriterien für die Bewertung der Bezahlbarkeit einer Immobilie. Um diese zu messen, hat das Unternehmen im Index die Pro-Kopf-Unterbringungskosten mit dem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt jeder Weltmetropole verglichen, um einen Wertindikator zu erstellen.

Sydney und Los Angeles bieten mit 70 % bzw. 80 % des Pro-Kopf-BIP das beste Mietpreisverhältnis zwischen Wohn- und Büroraum, gefolgt von San Francisco. Mumbai ist im Verhältnis zur Produktivität die teuerste Metropole mit einem fünffach höheren Wert als das Pro-Kopf-BIP. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass die meisten Arbeitnehmer der Stadt nicht nach dem internationalen Standard leben und arbeiten, den Savills zugrundelegt.

Die Durchschnittskosten pro Kopf in den 12 führenden Weltmetropolen betragen der Researchanalyse von Savills zufolge 74.945 US$ pro Jahr, was das 1,4-fache des Durchschnitts-BIP pro Einwohner ist. In Hongkong liegt dieser Verhältniswert beim 3-fachen und ist rückläufig, in London liegt er 2 mal höher mit stabilisierender Tendenz, während er in New York bei 1,5 liegt und steigt.

„Dies mag zwar kein perfekter Maßstab für die Bezahlbarkeit von Immobilien sein, er ist jedoch ein guter Indikator dafür, welche Städte möglicherweise vollvermietet sein werden, sofern das BIP nicht steigt bzw. welche Metropolen steigende Unterbringungskosten, sei es für Büro- oder Wohnflächen, auffangen können“, erläutert Yolande Barnes, Director Savills World Research.

Diese Aussagen werden durch das Abschneiden der US-Metropolen bekräftigt. Mit annähernd 60 % stiegen die Gesamtunterbringungskosten in San Francisco sowohl für Finanzunternehmen als auch für Unternehmen der Kreativ-/Digitalbranche am rasantesten. Die Konjunkturerholung in den USA hat ebenso in New York und Los Angeles zu rapiden Mietpreissteigerungen geführt, womit die amerikanischen Metropolen die ersten drei Plätze gemessen am Kostenzuwachs belegen. Mit London und Sydney als Ergänzung der Top 5 verzeichneten englischsprachige Städte generell das höchste Mietpreiswachstum.

„Dies mögen schlechte Nachrichten für Mieter in diesen Städten sein. Es zeigt jedoch, in welchem Maß sich Immobilieninvestments in den „alten Ländern“ seit der Rezession für die Investoren ausgezahlt haben. Steigende Mieten sind ein sicheres Zeichen für Geschäftswachstum und Wohlstand.“

Drei Metropolen - Tokio, Dubai und Singapur - verzeichnen im Zeitraum seit 2008 durchweg einen Rückgang der Wohn- und Büroraumkosten zwischen -8,0 % und -16,6 %.

„Dies spiegelt ein starkes Wachstum und das verhältnismäßig hohe Mietniveau in diesen Städten vor 2008 wider. Günstigere Mieten werden dazu beitragen, die Unterbringung bezahlbarer zu machen und können als Wettbewerbsvorteil auf internationaler Ebene gesehen werden“, sagt Barnes.

„In Singapur werden die Mieten voraussichtlich mittel- bis langfristig steigen, da das Flächenangebot absorbiert ist und sich das Wirtschaftswachstum dank der positiven Entwicklung Indiens und des asiatisch-pazifischen Raums, für deren Andienung Singapur gut positioniert ist, weiter fortsetzt.“

Auch für Dubai erwartet Barnes Mietwachstum, eng gekoppelt an das Wirtschafts- und Unternehmenswachstum in der Golfregion, obwohl dieser Anstieg aufgrund von Volatilität und eines hohen Flächenangebots gemäßigt ausfallen könnte. Tokio, mit deutlich weniger Einwohnern und wirtschaftlichem Wachstum, besitzt die Fähigkeit, Investoren höhere Renditen und stabilere Erträge zu liefern.



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