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30.10.2015 Hotelmarkt Stuttgart auf der Überholspur

Die baden-württembergische Landeshauptstadt werde laut einer aktuellen Studie von Christie + Co, die teilweise auf Daten von STR Global basiert, zunehmend attraktiver für Hotelbetreiber und -investoren. Das Verkehrs- und Städtebauprojekt Stuttgart 21 spielt dabei eine wichtige Rolle.

„Stuttgart galt bisher nicht gerade als Primärstandort für Hotelinvestments. Doch das ändert sich gerade“, stellt Lorina Callenberg, Consultant Investment & Letting bei Christie + Co in München, fest. Laut der aktuellen Studie von Christie + Co ist der Stuttgarter Beherbergungsmarkt in den letzten Jahren rapide gewachsen. 2014 gab es in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs 175 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt 18.900 Betten. 131 davon sind Hotels und Hotels garni mit einem Gesamtbettenangebot von 15.900. Das entspricht 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Von 2005 bis 2014 ist die Anzahl an Hotels (inklusive Hotels garni) um 8,0 Prozent gestiegen.

Und auch die Pipeline ist prall gefüllt. Viele neue Hotels entstehen dabei im Zuge des Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21. „Stuttgart ist sehr hügelig, weswegen es für Projektentwickler seit jeher eine Herausforderung darstellt, neue Baugrundstücke zu erschließen. Daher konzentrierte sich bis vor kurzem der Löwenanteil der Developments auf die Stadtrandgebiete. Stuttgart 21 hat daher eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für Hotelinvestoren und -betreiber gleichermaßen eröffnet“, so Callenberg. Tatsächlich entstehen besonders viele Hotelprojekte im neuen Europaviertel am Stuttgarter Hauptbahnhof. Ein besonders markantes Beispiel ist dabei das Projekt Cloud No 7, das zukünftige Wahrzeichen des Europaviertels: Das 18-stöckige Gebäude soll Wohn- und Hotelflächen beherbergen und 2016 fertiggestellt werden. Das Hotel wird 275 Zimmer sowie fünf Longstay-Apartments umfassen und von der Steigenberger Gruppe unter ihrer Lifestyle-Marke Jaz in the City betrieben werden. Nur einen Steinwurf von Cloud No 7 entfernt befindet sich das Stadtquartier MILANEO, welches Ende August dieses Jahres fertiggestellt wurde. Das Mischkonzept bietet eine Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten, aber auch Wohnkomplexe, Büroflächen und ein neues Hotel. Das 165-Zimmer-Haus der Marke Aloft – der Lifestyle-Brand von Starwood Hotels & Resorts – öffnete Ende Juli seine Pforten. Zwei weitere Hotels sollen in den nächsten zwei Jahren das Angebot ergänzen: ein Holiday Inn Express sowie ein Hampton by Hilton.

Populär bei Projektentwicklern ist aber auch das Gebiet rund um den Stuttgarter Flughafen: Im Sommer 2015 öffnete bereits das Dorint Airport Hotel Stuttgart mit 155 Zimmern seine Pforten. Für Ende 2017 wird zudem die Eröffnung des Moxy Hotels mit 176 Zimmern erwartet. Grundsätzlich scheint Stuttgart ein attraktiver Standort für Lifestyle- und Boutique-Marken zu sein. Die innovative Designkette Nordic Pure will nach seinem Münchner Debüt im Jahr 2015 im Sommer 2016 auch ein Haus in Fellbach eröffnen.

Als Hightech-Metropole zieht die baden-württembergische Landeshauptstadt bereits seit jeher Geschäftsreisende an. Neue Impulse schaffte zusätzlich das neue Messezentrum. Aber auch als Tourismusdestination wird Stuttgart zunehmend attraktiver. „Hier scheint Stuttgart aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Nachdem sich die Beherbergungsindustrie in der Schwabenmetropole lange auf das Business-Segment konzentrierte, trafen sie 2009 die Auswirkungen der Finanzkrise mit voller Wucht. Anders als beispielsweise München konnte Stuttgart den Nachfragerückgang seitens Geschäftsreisenden nicht durch einen konstant hohen Anteil an Freizeittouristen ausgleichen“, erklärt Callenberg. Das hat auch die Stadt Stuttgart erkannt, die sich derzeit verstärkt um Freizeitreisende bemüht und ihr Image verbessern will. Insgesamt ist die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. 2014 registrierten die Stuttgarter Beherbergungsbetriebe 1,8 Millionen Ankünfte und 3,5 Millionen Übernachtungen.

Davon entfielen 1,6 Millionen Ankünfte und 3,0 Millionen Übernachtungen auf Hotels, inklusive Hotels garni. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Hotelübernachtungen damit um 8,2 Prozent zu – zwischen 2005 und 2014 sogar insgesamt um 46 Prozent. Dass sich der Stuttgarter Hotelmarkt mittlerweile von den Nachwehen der Finanzkrise erholt hat, spiegelt sich auch in den Performance-Zahlen wider: Laut der Statistiken von STR Global registrierte Stuttgart 2014 einen RevPAR-Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zu 2013 und erzielte eine durchschnittliche Zimmerauslastung von 70 Prozent – das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit Fertigstellung des Projektes Stuttgart 21 sei laut Christie + Co außerdem von einem weiteren Nachfrageanstieg auszugehen. „Das Bahnbauprojekt wird Stuttgart zu einem modernen Verkehrsknotenpunkt machen. Die Schnellzugverbindungen nach Paris und Budapest sind zudem Impulsgeber für Stuttgarts Beherbergungsmarkt, was die Attraktivität der Stadt im In- und Ausland erhöhen wird, “ vermutet Callenberg. Gleichzeitig werde Stuttgart 21 aber auch den Bedarf an neuen Unterkünften decken können, der durch die wachsende Nachfrage zweifelsohne bestehen wird. „Damit wird die Schwabenmetropole mittelfristig sicherlich eine Wandlung vom Insidertipp zu einem bedeutenden Standort für Investoren und Betreiber gleichermaßen vollziehen“, resümiert Lorina Callenberg.




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