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18.10.2016 BIM – Revolution oder Schnee von gestern?

V.l.: Anja Beecken – Inhaberin von Beecken Architekten, Mitglied der Immofrauen, Vorstand des Bundes Deutscher Baumeister, Berlin, Birgit Schaarschmidt, Kanzlei Schaarschmidt, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, Mediatorin (MM), Mitglied des Vorstands der Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V., Frankfurt am Main, Dr. Tilo Nemuth, Julius Berger International GmbH, Head of Estimating, Planning & Innovations, Wiesbaden, Gwendolyn Weidinger-Schuberth, Deutsche Bahn AG, Rechtsabteilung, Leiterin Recht Infrastruktur Region Süd, München und Dr. Matthias Jacob, WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG, Technischer Geschäftsführer Bau, Stuttgart. Foto Copyright: Andreas Heddergott
BIM Building Information Modeling ist die wohl weitreichendste Veränderung der deutschen Bau- und Immobilienwirtschaft der vergangenen Jahre und erklärtes Ziel der Bundesregierung, das digitale Planen und Bauen zum Standard zu machen. Der erstellte Stufenplan für digitales Planen und Bauen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt Rahmenbedingungen vor, um BIM bei Verkehrsinfrastrukturprojekten bis ins Jahr 2020 zum Standard zu machen. Denn BIM steckt in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch in den Kinderschuhen. Die Frage, ob BIM eine Revolution oder doch nur “Schnee von gestern” ist wurde bei der Podiumsdiskussion der Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V. am Stand der Stadt München intensiv diskutiert ebenso bisherige Erfahrungen mit BIM.

Die Moderatorin Birgit Schaarschmidt, Kanzlei Schaarschmidt, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, Mediatorin (MM) und Mitglied des Vorstands der Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V. eröffnete die Diskussion mit der Frage über die bisherigen Erfahrungen mit BIM.

Das Verbesserungspotential ist immens

„Unser BIM-Team hat bereits zahlreiche Projekte in verschiedenen Projektphasen bearbeitet. Das Verbesserungspotential gegenüber den herkömmlichen Prozessen ist immens“, erzählte Dr. Matthias Jacob, technischer Geschäftsführer Bau, WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG, Stuttgart. „Die Anforderungen an die Bauwerksmodelle sind in den einzelnen Projektphasen unterschiedlich und wir empfehlen deshalb vor Projektbeginn die Anforderungen gemeinsam mit den Auftraggebern in einem Pflichtenheft zu definieren“, so Jacob. Dr. Tilo Nemuth, Head of Estimating, Planning & Innovations, Julius Berger International GmbH, Wiesbaden, bestätigte die sehr guten Erfahrungen mit BIM, die
3-D-Planung habe sich im Unternehmen etabliert und vereinfache die Schnittstellen und Abstimmungsprozesse. Er räumte aber ein, „in den Anfängen auch Lehrgeld bezahlt zu haben.“

BIM ist nicht nur ein Software Thema, in dem Punkt sind sich alle Podiumsteilnehmer einig. Anja Beecken, Inhaberin von Beecken Architekten, Mitglied der Immofrauen und Vorstand des Bundes Deutscher Baumeister in Berlin, sieht BIM als klare Weiterentwicklung ihrer langjährigen Ausführungsplanung in dreidimensionalen Modellen. Die für die Arbeit mit BIM notwendigen Computergrafiken und Softwareprogramme sollten fester Bestandteil im Studium sein und zusätzlich sollten auch Soft skills geschult werden, so Beecken.

Großbritannien ist gemeinsam mit den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Finnland Vorreiter im Umgang mit BIM, erläuterte Dr. Jacob, dort ist die Nutzung von BIM bei öffentlich finanzierten Bauvorhaben bereits vorgeschrieben.

Die Deutsche Bahn arbeitet und testet BIM seit 2012 und derzeit auch in zwei Großprojekten, erzählt Gwendolyn Weidinger-Schuberth, Leiterin Recht Infrastruktur Region Süd, Deutsche Bahn AG, München. Für die weitere Akzeptanz von BIM in Deutschland wünscht sich Weidinger-Schuberth einen intensiveren Erfahrungsaustausch auf allen Ebenen, insgesamt auch ein partnerschaftliches Denken und Handeln im Sinne des jeweiligen Projekts.

„BIM ist kein Schnee von gestern, sondern wird zur selbstverständlichen Arbeitsmethode bei Planung, Bau und Betrieb zur Erzielung eines gemeinsamen Projekterfolges“, so das Fazit von Schaarschmidt.





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