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17.03.2016 MIPIM-Statements: Viel Geld, knappes Angebot, hohe Konkurrenz

Foto: Bernd Eger | DEAL-Magazin
Die MIPIM 2016 geht langsam zu Ende und die Teilnehmer aus der Immobilienbranche ziehen eine Bilanz über die vergangenen Messetage. Durchweg positiv, mehr Besucher, viel Geld und wenig Objekte, Angebot knapp, Konkurrenz hoch … das sind nur einige Schlagworte, neben dem verregneten Mittwoch, die von den Akteuren zu hören waren. Lesen Sie nachstehend einige Statements von Marktteilnehmern:


Iris Schöberl, Managing Director BMO Real Estate Partners Deutschland:

„Die Zahl der MIPIM-Besucher scheint auch in diesem Jahr wieder deutlich höher zu sein als im Vorjahr. Wie bereits 2015, ist die Suche nach passenden Assets das vorherrschende Thema auf der Messe. Es ist einfach sehr viel Liquidität im Markt und Investoren versuchen, über den persönlichen Kontakt auf direktem Weg Investitionschancen auszuloten. Das Angebot ist allerdings weiterhin knapp und die Konkurrenz sehr hoch.

Wir bei BMO Real Estate Partners führen in Cannes insbesondere Gespräche mit dem Ziel, Immobilien für unsere „Best Value“-Fonds anzukaufen. Dabei geht es vorrangig um Einzelhandelsimmobilien – Geschäftshäuser und Fachmarktimmobilien in Deutschland für den „Best Value Germany II“ und Immobilien in den Top-Lagen europäischer Metropolen für den „Best Value Europe I“. Dabei kommen für uns trotz der engen Märkte Ausweichmöglichkeiten in schwächere Lagen oder Qualitäten nicht in Betracht.

Darüber hinaus dient eine Messe wie die MIPIM auch als Inspirationsquelle: Ich hoffe, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit neuen Ideen und Projekten im Gepäck nach München zurückkehren werden.“


Timothy Horrocks, Head of Continental Europe TH Real Estate:

„Für Asset Manager wie TH Real Estate, die in ganz Europa aktiv sind, ist die MIPIM eine Must-Go-To-Veranstaltung. Wie für die meisten steht auch für uns die Suche nach attraktiven Immobilien im Fokus. Darüber hinaus führen wir viele Gespräch zu unserem neuen Produkt, dem European Cities Fund, und unserem dahinterliegenden grundsätzlichen Investment-Ansatz „Tomorrow’s world“.

Die Stimmung der Messeteilnehmer ist in diesem Jahr besser als das Wetter hier in Cannes. Es ist viel Kapital vorhanden und gerade Investitionen auf dem deutschen Markt und an anderen europäischen Core-Märkten sind weiterhin gefragt. Da die Zinswende wohl noch weiter auf sich warten lässt, wird sich am grundsätzlichen Marktumfeld kurz- bis mittelfristig kaum etwas ändern. Und mögliche Risikofaktoren wie die Gefahr eines ‚No‘ der Briten zur EU beim Referendum im Sommer werden zwar angesprochen, ohne dass dies etwas an der grundsätzlich positiven Einschätzung ändert.“


Alexander Eggert, Geschäftsführer Warburg-HIH Invest Real Estate:

„Die Stimmung auf der MIPIM ist durchweg positiv. Der überwiegende Teil der Marktteilnehmer, mit denen ich spreche, erwartet, dass auch 2016 wieder ein gutes bis sehr gutes Immobilienjahr wird. Kapital für Investitionen in Core-Objekte ist unverändert vorhanden, die Nachfrage entsprechend hoch. Daher werden die Preise im Core-Segment moderat weiter steigen, die anhaltend niedrigen Zinsen sorgen aber dafür, dass der positive Rendite-Abstand von Immobilien zu alternativen Anlagen auf seinem historischen Hoch verbleibt.

Angesichts der weiter zunehmenden Knappheit im Core-Segment ist der ein oder andere bereit, höhere Risiken einzugehen – durch Investitionen in B-Städte oder Immobilien mit höheren Vermietungsrisiken. Gerade bei diesen Strategien ist die Qualität des Asset Managements besonders wichtig. Wir führen im Rahmen der Messe einige Gespräche mit Investoren, die einen Asset Manager suchen.

Ansonsten ist die MIPIM aber in erster Linie eine Immobilienmesse, in deren Rahmen über Objekte und Deals gesprochen wird. Wir sind für unsere pan-europäisch ausgerichteten Mandate auf der Suche nach Immobilien und führen entsprechende Gespräche.

Die Messe ist sehr gut besucht und das bereits vom ersten Tag an. Mein Kalender jedenfalls ist mit Terminen im Stundentakt gut gefüllt und für unser MIPIM-Frühstück, das wir in diesem Jahr erstmals veranstalten, haben wir dreimal so viele Anmeldungen wie erwartet.“


Dr. Wulff Aengevelt, AENGEVELT IMMOBILIEN GmbH & Co. KG:

Die Stimmung war insgesamt gut, aber nicht euphorisch. Angst vor einem Crash war nicht spürbar. Was aber fehlte, waren angesichts des nach wie vor im bedeutenden Umfang vorhandenen Anlagekapitals ausreichend marktgerechte Immobilienangebote. Nachgefragt werden Immobilien aller Asset-Klassen, allen voran Wohninvestments. Dabei zeigen viele Investoren zunehmend eine steigende Risikobereitschaft u.a. hinsichtlich spekulativ zu errichtender Projekte – wenn Standort, Produktart und Businessplan stimmen.

Die Angebotsknappheit führt außerdem zu einem „Revival“ der „sale & lease backs“: Der Verkauf betriebsnotwendiger Liegenschaften und ihre langfristige Rückmietung insbesondere durch Mittelstandsunternehmen bietet diesen die bankunabhängige Hebung von Finanzreserven für das eigene Kerngeschäft und dem Investor deutlich höhere Renditen als Unternehmensanleihen. Allerdings haben auch hier die Bruttoanfangsrenditen mit Werten um 6 Prozent p.a. gegenüber den Vorjahren deutlich um 2 bis 3 Prozentpunkte nachgegeben - zur Freude der Verkäufer. Der Vorteil: Hier entscheiden die Qualität der Immobilie und des Mieters und nicht vorrangig der Standort. Dadurch gewinnen insbesondere B- und C-Städte - als Sitz vieler kerngesunder Mittelstandsunternehmen - weiter an Attraktivität und Akzeptanz bei Investoren, zumal es in den „Big Seven“ viel zu wenig adäquate Anlageimmobilien gibt und der Druck auf die Renditen im Core-Segment entsprechend anhält.


Die nächste MIPIM findet vom 14. bis 17. März 2017 statt.



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