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03.05.2016 Startups, PropTechs und FinTechs treffen auf Immobilienwirtschaft

Im April fand in Berlin das gif-Forum „Startups, PropTechs und FinTechs auf dem Büroimmobilienmarkt“ statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von der gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. in Kooperation mit der Berliner UNDKRAUSS Bauaktiengesellschaft und der Berliner Volksbank, um die neuen Akteure auf dem Gewerbeimmobilienmarkt mit der Immobilienbranche zusammenzubringen. Es wurden Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche angeboten, die das Thema Startups, PropTechs und FinTechs erläuterten. Durch die Veranstaltung führten Andreas Schulten und Dr. Thomas Beyerle aus dem Vorstand der gif. Das Rainmaking Loft mit angrenzendem Co-Working Space und modernem Loft-Ambiente im Stadtteil Kreuzberg stimmte die Teilnehmer aus der Immobilienbranche direkt auf die Startup-Themen ein und war gleichzeitig ein Beispiel für die neuen Ansprüche der jungen Internetunternehmen an ihr Arbeitsumfeld.

Als erster Referent führte Christian Herzog von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH die Forum-Teilnehmer in die Berliner Startup-Szene ein und erklärte im Vortrag „Berlin Startup Hub – What makes it so special?“, welche Infrastruktur der Start-up Magnet Berlin zu bieten hat. Neben namhaften Inkubatoren und Co-Working Angeboten würden auch viele andere Faktoren das Entstehen einer lebendigen Startup-Landschaft beeinflussen. Als Beispiel nannte Herzog die geringeren Lebenshaltungskosten, mit welchen Berlin im internationalen Vergleich zu San Francisco und London punkten könne. Eine deutliche Absage gab Herzog allen Versuchen durch Fördermittel eine Startup-Szene künstlich entstehen zu lassen.

Sina Gritzuhn von Hamburg Startups brach eine Lanze für den Startup-Standort Hamburg. Ihr Vortrag „Was macht Hamburg als Standort der Gründerszene so attraktiv?“ gab Einblicke in die hanseatische Infrastruktur für junge Unternehmen und sollte beweisen, dass Hamburg genauso viel zu bieten hat wie die Hauptstadt. Gritzuhn zeigte, dass Hamburg eine aktive Gründerszene besitzt, diese sich allerdings etwas von Berlins Startup-Szene unterscheidet. Trotzdem unterstrich sie auch gerade die Gemeinsamkeiten und die darin liegenden Möglichkeiten. Schon die kurze Distanz zwischen den beiden Städten sei kein Hindernis für eine enge Zusammenarbeit. Es müsse in viel weiteren Kreisen gedacht und vernetzt werden.

Andreas Laule, Geschäftsführer der Berliner Volksbank Ventures, stellte die Verbindung zwischen Berliner Startups und dem Büroimmobilienmarkt her. Laule lieferte die im Vortragstitel „Startups, Digitale Wirtschaft und Regionalökonomie in Zahlen - Wer schlägt die Brücke vom Co-Working zum Bürohochhaus?“ versprochenen Statistiken und nahm sie als Fundament für seine Prognosen. Laules Vortrag zeigte, dass der Büroimmobilienmarkt und die Entwicklung der Startup-Szene nicht getrennt betrachtet werden können.

Am Beispiel Technopark Zürich und unter dem Titel „Immobilien für Startups – Erfolgsfaktoren“ veranschaulichte Univ. Prof. Prof. h.c. DI Arch. Dietmar Wiegand von der Technischen Universität Wien, welche Anforderungen Startups und Technologieunternehmen an Objekte haben und wie diese erfüllt wurden.
Um die Unterschiede der neuen Akteure am Büroimmobilienmarkt und die sich daraus ergebenden Anforderungen an Objekte und Anbieter drehte sich die Diskussion der anschließenden Runde aus Vertretern verschiedener Branchen, moderiert von der Fachjournalistin Dagmar Hotze. Niclas Karoff, TLG IMMOBILIEN AG, Christian Müller-Elschner, Deutsche Ventures GC GmbH und Klaus de Winder, de Winder Architekten GbR, suchten eine Antwort auf die Frage „Was ist die DNA eines Startups heute und in Zukunft in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt für Finanzierer, Projektentwickler, Ausstatter, Investoren?“.

Unter dem Punkt PropTechs wurde beleuchtet, wie neue Technologieunternehmen den Immobilienmarkt verändern. Alexander Ubach-Utermöhl von blackprintpartners GmbH führte in die Welt der PropTechs mit dem Vortrag „German PropTech: Fluch oder Segen - Eine Bestandsanalyse“ ein.

Carolin Kröger berichtete aus ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin von W&W digital GmbH und Principal bei der Digitalberatung etventure heraus in ihrem Vortrag „Mensch trifft Roboter: Radikal nutzerzentrierte Innovation in der Immobilienbewertung“ über innovative Ansätzen zur Datenauswertung und Immobilienbewertung von denen etablierte Immobilienunternehmen profitieren können. Kröger appellierte eindringlich an die Anwesenden, neue Wege einzuschlagen: „Bei der Digitalisierung ist Geschwindigkeit, radikaler Nutzer- und Umsetzungsfokus ein elementarer Erfolgsfaktor."

In der anschließenden Podiumsdiskussion „Flächenprofis oder Branchenprofis – Wer macht das Rennen mit der Vermietung?“ mit Martin Rodeck, OVG Real Estate GmbH, Dr. Markus Vogel, BÜRO DR. VOGEL GMBH Beratungsgesellschaft, Sebastian Blecke, GSG Berlin, und Andreas Schulten als Moderator wurde erneut deutlich, dass Flexibilität das Credo für die Zusammenarbeit zwischen Immobilienwirtschaft und Startups sein muss. „Diese Branche denkt nicht in Euro pro Quadratmeter sondern in Mehrwerten und pay per use“, so Rodeck.

Als letztes standen FinTechs auf der Agenda. Dr. Beyerle eröffnete mit einer Podiumsdiskussion und der Frage „Digitale Transformation: Wie wirkt sie sich auf die Nachfrage nach Immobilien und Standorten aus?“ an seine Gäste, Jörg Resch, Geschäftsführer KuppingerCole, und Dr. Thomas Schneider, Mitgründer und Chief Investment Officer BrickVest IM Ltd.

Abschließend legte Rolf Elgeti, pHG Obotritia Capital KGaA, getitelt als „Beobachtungen eines Grenzgängers zwischen Immobilien und Startup“ seine nüchterne Analyse zum FinTech-Hype dar: „Der klassische Intermediär wird nicht verschwinden, sie werden durch Vernetzung eher noch stärker werden.“ Elgeti war es dann auch, der die sehr positiven Markterwartungen der Startup-Unternehmen relativierte.

Referenten und Teilnehmer des Forums waren sich einig, dass die technische und technologische Entwicklung die Immobilienwelt verändern wird und diese Entwicklung nicht aufzuhalten ist. Ein Zusammentreffen und Austausch zwischen Startups und Immobilienwirtschaft, wie er auf dem gif-Forum stattfand, war also längst überfällig.





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