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02.09.2016 Mitteldeutscher Immobilientag: Der Wandel am Wohnungsmarkt ist da

Zum Jahrestreffen des BFW Landesverbandes Mitteldeutschland, treffen sich heute, am 02.09.16, über 150 mitteldeutsche Immobilienprofis im THE WESTIN Hotel Leipzig. Hauptthema in diesem Jahr: Wie können Wohnungsunternehmen, Projektentwickler und Verwalter wirtschaftlich arbeiten? 27 Fachvorträge beschäftigen sich dabei mit aktuellen rechtlichen, baulichen und technischen Fragen der Branche.

„Der Wandel am Wohnungsmarkt ist da. Allein in Leipzig und Dresden gehen wir in den kommenden zehn Jahren jeweils von mindestens 25.000 neuen Wohnungen aus. Wie kann es sein, dass sich vor diesem Hintergrund die politischen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern?“, fragt Frank Müller, Vorstand des BFW Mitteldeutschland, zum Beginn der Veranstaltung.

Eines der Kernprobleme ist fehlendes Bauland. Statt dieses nicht nur gegenüber der organisierten, sondern auch der freien Wohnungswirtschaft auszuweisen, legen Politik und Verwaltung Investoren Stolpersteine in den Weg. Nur wenn die Kommunen zu fairen Preisen verkaufen, kann sich der Wohnungsbau frei entfalten. Letztendlich ist eine Erhöhung des Wohnungsangebotes das beste Instrument, um nachhaltig bezahlbare Mieten zu gewährleisten.

Doch mangelndes Bauland ist nicht das einzige Problem sächsischer Großstädte wie Dresden oder Leipzig. Baukosten behindern Unternehmen aktuell so immens, dass Neubau vielerorts unlukrativ wird. „Bei einem Anstieg der Baupreise um 45 % in zehn Jahren fragt sich jeder, warum hier die Politik keine Bremse einlegt“, so Frank Müller.

Während sich manches Unternehmen dennoch mit der Situation arrangierte, sorgte das kürzliche Scheitern der Koalitionsgespräche zur „steuerlichen Förderung des Mietwohnungsbaus (degressiven Afa)“ dieses Jahr für einen neuen Rückschlag in der Branche. „Unternehmen brauchen eine Normalabschreibung auf Neubau von drei und nicht wie bisher von zwei Prozent. Dann würde es endlich wieder einen echten Investitionsanreiz geben“, betont der BFW-Landesvorstand.

Weiterhin bemängelt der Verband

- 1. das Fehlen eines regelmäßig aktualisierten und qualifizierten Mietspiegels,
- 2. überzogene Neubauanforderungen bezüglich Energieeffizienz sowie
- 3. das Reformpaket Mietrecht 2.0. Danach wird Sanieren wieder unattraktiver. „Wer die Modernisierungsumlage von 11 auf 8 Prozent senken und die Mieterhöhung auf 3 Euro pro Quadratmeter in acht Jahren begrenzen will, konterkariert Bemühungen für mehr bezahlbaren Wohnraum“, so Frank Müller. Vor dem Hintergrund, dass immer noch viele Häuser in Sachsen unsaniert sind bzw. kurz vor einer zweiten Sanierungswelle stehen, ist das genau das falsche Signal.

Wer all diese Wirtschaftshemmnisse betrachtet fragt sich, wie soll Sachsens Wohnungswirtschaft die Anforderungen von Politik und Gesellschaft erfüllen, ohne die Rentabilität des Unternehmens zu gefährden? „Wenn der Staat sich nicht endlich durchringt und klare Investitionsanreize gibt, wird es zu keiner Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kommen“, resümiert deshalb Frank Müller anlässlich des 23. Mitteldeutschen Immobilientages in Leipzig.






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