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07.02.2017 Wohnungsbau braucht langfristig angelegte Bodenvorratspolitik

Bei der Jahresauftaktveranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main der Immofrauen (Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V.) im Stadtplanungsamt sprach Stadtrat Mike Josef über die aktuellen Herausforderungen in der Stadtentwicklung. Die Außenentwicklung von Bauland ist Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzepts 2030.

Bis 2030 rechnet die Stadt Frankfurt mit einem Bevölkerungswachstum von 14,5 Prozent, das entspricht 830.000 Einwohnern gegenüber 708.000 in 2013. Das stellt die Stadtplanung vor gewaltige Aufgaben, denn es existiert ein Bedarf für 90.000 neue Wohnungen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 70 m2 besteht ein Flächenbedarf von 900 ha, was 1.260 Fußballfeldern entspricht. Zur Lösung dieser Herausforderung entwickelte das Stadtplanungsamt das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2030“. Ein wichtiges Instrument darin stellt die Außenentwicklung mit den Umlandkommunen dar, wie Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt, bei seiner Rede vor den Immofrauen erläutert: „Wir müssen die Diskussion in der Außenentwicklung mit den umliegenden Städten und Gemeinden führen. Nur indem wir gemeinsam neues Wohnbauland ausweisen, können wir ,günstige Flächen? für den Wohnungsbau anbieten.“ Frankfurt benötigt mindestens einen neuen Stadtteil, um den Zuzug neuer Bürger und Bürgerinnen zu bewältigen. Mit dem Wohnungsbau im Umland muss gleichzeitig die Verkehrsinfrastruktur mitwachsen: „Ohne gute Verbindungen in die Stadt lässt sich der tägliche Pendlerstrom nicht bewältigen.“ Gleichzeitig soll die Entwicklung im Einklang mit der Industrie vonstattengehen. „Wir müssen und wollen auch die Industrie stärken und behalten.“ Es geht um die Entwicklung von gemischten Nutzungsgebieten mit Wohnflächen, Gewerbe, Grünflächen und Begegnungsstätten, die eine gute Nachbarschaft nach dem europäischen Leitbild ermöglichen.

Städtische Flächen auf Vorrat

Es sind kaum städtische Flächen vorhanden. Zwar hat die Stadt einen Liegenschaftsfonds mit mehr als sechs Mio. Euro aufgelegt. Doch das Vorkaufsrecht für Flächen und Immobilien in Milieuschutzgebieten wie Bockenheim soll dadurch nicht ausgeweitet werden. Stattdessen setzt Josef auf eine vorausschauende Bodenvorratspolitik: „Wir müssen langfristig Fläche erwerben, die wir dann als günstiges Bauland zur Verfügung stellen können.“





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