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14.03.2017 Immobilientag NRW: Digital, mobil, smart – Wohnen 4.0

Diskussionsrunde Digitale Prozesse der Baurechtsbeschaffung (v.l.): RA Christopher Küas, CBH Rechtsanwälte; Ronald Graf, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung Stadt Essen; Prof. Peter Vermeulen, Beigeordneter für Umwelt, Planen, Bauen der Stadt Mühlheim an der Ruhr; Han Joosten, Leiter Marktforschung, BPD Immobilienentwicklung GmbH, RA´in Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin BFW Nordrhein- Westfalen (Moderation)
Digital, mobil, smart – Wohnen 4.0 … das war der Titel des Immobilientages NRW am 8. März 2017 in Düsseldorf, der vom BFW Nordrhein-Westfalen jährlich veranstaltet wird. Im Zentrum des Tages standen die neuen Megatrends der Branche.

Prof. Dr. Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter der IREBS Immobilienakademie GmbH, startete provokant in seine Keynote: „Die Immobilienwirtschaft gilt oft als wenig innovativ, häufig zu recht. Doch nun erwachen immer mehr Sparten zu neuem Leben, insbesondere die Digitalisierung bietet gewaltige Chancen. Dies gilt aber nur für jene, die mit Mut, Begeisterung Neues entwickeln wollen“.

Just stellte Umfrageergebnisse vor, die zeigten, dass viele Unternehmer eher selbstzufrieden die eigenen Aktivitäten betrachten. Über Konkurrenzangebote und Optimierungsmöglichkeiten werde kaum nachgedacht. Digitalisierung bedeute nicht das Ende der klassischen Immobilienwirtschaft, denn auch Amazon brauche Shops. Innovationsmanagement werde dennoch zunehmend wichtiger.

„Als Verband der mittelständischen Immobilienwirtschaft sehen wir es als eine der Hauptaufgaben unsere Mitglieder zu vernetzen und übergreifende Themen, Trends und Innovationen aufzugreifen, nahezubringen und Impulse für die Weiterentwicklung der Unternehmen zu bieten. Daher steht der Immobilientag NRW 2017 im Zeichen der Digitalisierung“, betonte Elisabeth Gendziorra, Geschäftsführerin des BFW NRW.

In fünf Fachforen wurden unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung diskutiert. Unter der Überschrift „Think C!TY- Integrale Quartiersentwicklung“ stellte Phillip Schmitz, Leiter Technisches Management der Volkswagen Immobilien GmbH vor, wie Städte neu gedacht werden können. Sein Resümee: „Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte ermöglichen eine effizientere und nachhaltigere Nutzung städtischer Lebensräume und lebenswerte Quartiere. Die Umsetzung erfordert jedoch eine integrale Planung, den Abbau regulatorischer Hürden und einen langen Atem.“

Die Digitalisierung der Verwaltungen, insbesondere der Bauämter, zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren diskutierten Branchenexperten mit Kommunalvertretern.

Immerhin führen Verzögerungen bei Baugenehmigungen laut einer Studie des BFW NRW zu Mehrkosten von mehr als 3 Prozent.

Han Joosten, Leiter Marktforschung bei der BPD Immobilienentwicklung GmbH, berichtete über den Weg der Niederländer, die ihre Verwaltungen komplett modernisiert und 30 Prozent der Vorschriften reduziert haben. „Gesunder Menschenverstand kann mehr und schneller Erfolg und Glück bringen statt 100 Vorschriften im Baugesetzbuch, die kontraproduktiv sind und einander ausbremsen," lautete sein Fazit. Prof. Vermeulen, Beigeordneter für Umwelt, Planen, Bauen der Stadt Mühlheim an der Ruhr, stellte heraus, dass er sich einen landesweiten, wenn nicht bundesweiten, Leitfaden wünsche, so dass die Verfahren nicht nur digitalisiert, sondern auch einheitlich sind.

Einig war man sich, dass insbesondere die hohe Anzahl von Regularien eine schnelle Bearbeitung der Anträge verhindert. Dies müsse mit einer Digitalisierung einhergehen, betonte Joosten.

Ziel des Immobilientages ist es auch über den Tellerrand der eigenen Branche zu blicken. Daher war besonderes Highlight des Tages eine Rede von Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, zur Zukunft Europas. Er benannte die verschiedenen Problemlagen und skizzierte mögliche Zukunftsperspektiven: „Die Welt um uns herum ändert sich in rasantem Tempo, zu oft auch noch in die falsche Richtung. Russland, Türkei, Libyen, Afrika, Brexit und Trump definieren das strategische Umfeld der EU, in dem kein einzelner Mitgliedstaat alleine zurechtkommen kann. Die objektive Notwendigkeit für ein starkes und handlungsfähiges Europa ist aus Sicht der Freien Demokraten zweifelsfrei gegeben. Gleichzeitig erstarken im Inneren unserer Mitgliedstaaten nationalistisch-sozialistische Kräfte und völkische Gruppierungen, die gegen Minderheiten hetzen, auf Grundfreiheiten pfeifen und die EU abwickeln wollen. Die Institutionen der EU und die demokratischen Kräfte in Europa dürfen deshalb nicht wie ein Kaninchen vor der Schlange stehen. Die Bürgerinnen und Bürger wollen eine EU, die funktioniert und ihren Interessen dient.“

Martin Dornieden, Vorsitzender des BFW NRW, resümierte „Der Immobilientag NRW ist für mich als Unternehmer einer der wichtigsten Branchentreffs in NRW. Spannende Themen, hochkarätige Redner und interessantes Netzwerken waren auch heute gegeben.“






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