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05.07.2017 Experten-Forum: Neue Wohnkonzepte für den demographischen Wandel

V. l.: Sven Oswald (Moderator), Laurentius A. Hegeman (Kondor Wessels Holding GmbH), Joachim Seeger (BMUB), Silvana Radicione (Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.), Ute Hübener (Adlershof Projekt GmbH), Marcus Becker (Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH). Fotograf: Marius Schwarz, Bildrechte: Kondor Wessels
Vergangenen Freitag diskutierten Experten der Grundstücksvergabe, Wohnungswirtschaft, Projektentwicklung sowie von Pflegediensten in Berlin unter dem Titel „Neue Wohnkonzepte für den demographischen Wandel“ vor einem Fachpublikum Wohn- und Quartierskonzepte, die dem demographischen Wandel durch intelligente Integration der verschiedenen Generationen in lebhaften Stadtquartieren begegnen und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter ermöglichen. Die Veranstaltung fand in den Räumen des Tagesspiegel-Hauses statt, eingeladen hatte Kondor Wessels.

Rund 40 Entscheider und Gestalter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft waren dieser Einladung gefolgt und wurden von Dr. Marie-Therese Krings-Heckemeier, Vorstandsvorsitzende der empirica AG, mit einem Vortrag zum Thema „Nachbarschaftsbezogene Wohnkonzepte mit Quartierspflegekern. Lösungen für Mehrgenerationennachbarschaften“ in das Thema eingeführt. In ihrem Vortrag erläuterte sie: „Die Bevölkerung Deutschlands wächst weiterhin, wenn auch regional sehr unterschiedlich (parallel Schrumpfungs- und Wachstumsregionen). Allerdings nimmt nur die Zahl der Älteren zu. Im Rahmen einer empirica Repräsentativbefragung bei den 50-jährigen und älteren hat sich ein neuer Trend gezeigt. Im Vergleich zu Untersuchungen, die vor etwa 20 Jahren durchgeführt wurden, nimmt die Umzugsbereitschaft zu, insbesondere in den Großstädten. Gemeinschaftliche Wohnformen, wie zum Beispiel Nachbarschaftsgemeinschaften, mit Freunden/Gleichgesinnten, gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig legen die zukünftig Älteren großen Wert auf eigenständige Wohnformen. Gesucht sind neuen Wohnformen, bei denen Kontakte zu anderen Menschen (Einsamkeit vermeiden), die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Kontakte zu Jüngeren gefördert werden. Solche Mehrgenerationennachbarschaften entstehen dann, wenn Kommunen und Bauträger die entsprechenden Rahmenbedingungen bieten: Wohnangebote für Jung und Alt mit der Möglichkeit gegenseitige Hilfe in Kombination mit Infrastruktur (z. B. KiTa, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten) und Dienstleistungen. Damit in solchen Nachbarschaften auch das eigenständige Wohnen mit zunehmender Hilfs- und Pflegebedürftigkeit möglich ist, müssen Quartierspflegekerne integriert werden.“

Marcus Becker, Geschäftsführer der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH und Präsident des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg e.V., griff ihren Vortrag auf und erklärte: „Bei Kondor Wessels beschäftigen wir uns seit rund drei Jahren mit diesen Herausforderungen. Unsere Antwort darauf haben wir im Konzept Viva City zusammengefasst. Derzeit ist das Projekt VivaCity Adlershof im Bau, auf rund 20.000 Quadratmetern Fläche. Es ist grün und citynah gelegen, integriert Mietwohnungen für alle Altersgruppen in unterschiedlichen Größen für alle Generationen, einen Kindergarten, ein Pflegeheim, ein Café und einen Supermarkt. Kurzum: Es kann unserer Meinung nach als Vorbild für andere Städte in Deutschland dienen. Im nächsten Schritt erweitern wir das Konzept um den Bau von Schulen.“

Ute Hübener, Bereichsleiterin Vertrieb und Marketing der Adlershof Projekt GmbH, berichtete auf der anschließenden Podiumsdiskussion: „Nachdem wir in Adlershof sehr schnell und erfolgreich auch Einfamilienhäuser vermarktet hatten, stellten wir fest, dass es schwierig ist, für das daran angrenzende Mischgebiet einen Investor zu finden, der für die hohen und sehr unterschiedlichen Anforderungen ein geeignetes Konzept hat. Schließlich fanden wir ihn in Kondor Wessels mit Viva City. Das Konzept hat uns von Anfang an überzeugt und die Zusammenarbeit mit Kondor Wessels war, gerade auch wenn Probleme wie Baulasten zu lösen waren, hoch professionell und sehr erfolgreich.“

Laurentius A. Hegeman, Geschäftsführer der Kondor Wessels Holding GmbH, sagte: „Als Projektentwickler mit langjähriger und vielschichtiger Erfahrung im Wohnungsbau beobachten wir seit längerem, wie sich die Gesellschaft und damit auch die Anforderungen an Wohnraum verändern. Doch die Angebote wachsen nicht mit. Allein bis 2020 werden in Deutschland rund 2,5 Millionen zusätzliche altersgerechte Wohnungen gebraucht. Es ist höchste Zeit, sinnvoll zu reagieren. VivaCity ist unserer Meinung die richtige Antwort darauf.“

Silvana Radicione, Vorstandsmitglied im Landesverband Berlin/Brandenburg, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., sagte: „In der VivaCity Adlershof betreiben die Johanniter eine gerade eröffnete KiTa und demnächst eine stationäre Pflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen für ältere Menschen. Deshalb kann ich sagen: Das Konzept VivaCity geht wirklich auf. Es handelt sich um ein in die Region passendes Angebot, dass all’ unsere Wünsche unter einen Hut bringt und damit ist es auch für uns ein Leuchtturmprojekt, das wir gerne duplizieren und auch an anderen Standorten realisieren möchten.“

Für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit nahm Joachim Seeger, Referatsleiter Wohnen im Alter, Energetische Stadtsanierung, Wohnungsgenossenschaften Stellung: „Die Idee der integrierten Quartierspflegekerne von Frau Dr. Krings-Heckemeier halte ich für einen sehr innovativen Ansatz, den es so gegenwärtig nur vereinzelt bzw. gar nicht gibt. Adlershof ist ein gutes Beispiel für ein ganzheitliches, pragmatisches Quartiersprojekt, das sicherlich noch erweitert werden kann. Aber bei solchen Projekten spielen auch die Kosten eine bedeutende Rolle. Der Bund hat deshalb zur Förderung des altersgerechten und generationenübergreifenden Wohnens sowie zur Unterstützung modellhafter Projekte in den letzten Jahren erhebliche Haushaltsmittel bereitgestellt und wird das auch in Zukunft verstärkt tun. Der altersgerechte Umbau von Wohngebäuden und -quartieren sorgt dafür, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Er kommt allen Generationen zugute, insbesondere auch Familien mit Kindern“.








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