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06.10.2017 EXPO REAL schließt die Türen – Einige Statements

Die gerade zu Ende gegangene EXPO REAL in München hat alle bisherigen Rekorde getoppt. Zufriedene Gesichter, gute Stimmung und trotzdem „nicht zu viele posaunende“ Unternehmer haben den Event wieder zu einem echten Real Estate-Highlight werden lassen. Nachstehend die Statements einiger Immobilienprofis zur Messe:

Iris Schöberl, Managing Director und Head of Institutional Clients BMO Real Estate Partner Deutschland: „Verhaltene Euphorie bei knappen Kapazitäten”

Verhaltene Euphorie – so würde ich die Stimmung auf der Expo in Kürze beschreiben. Die Nachfrage nach Immobilien-Investments ist anhaltend hoch, die Preise sind weiter im Aufwärtstrend. Dabei legen die Anleger ihren Fokus noch stärker auf Qualität und prüfen mögliche Investments umfassend. Risiken wie eine mögliche Zinsänderung spielen in unseren Gesprächen keine allzu große Rolle. Weitaus schwerer wiegen aus meiner Sicht die knappen Kapazitäten – sei es bei Grundstücken oder auch bei den Baufirmen und anderen Handwerkern.
Wir sprechen auf der Expo insbesondere über unseren geplanten zweiten Europa-Fonds und sind auf der Einkaufsseite im Gespräch mit Projektentwicklern.

Nikolai Deus von Homeyer, Geschäftsführer NAS Invest GmbH:
„Vollere Messehallen, positive Stimmung, aber auch die Frage nach dem Ende des Booms“

Die Messehallen sind voll – nach meiner Wahrnehmung noch voller als im vergangenen Jahr. Die Stimmung ist positiv, alle machen gute Geschäfte. Aber die Frage, wann der nun schon über Jahre andauernde Immobilienboom zum Ende kommt, stellt sich doch mit jedem Jahr, das er andauert, drängender. Auf der anderen Seite lassen globale Unsicherheit und die Sorge vor politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen in anderen Märkten die Nachfrage vor allem internationaler Anleger nach Immobilien aus Deutschland weiter steigen. Insgesamt sorgen die Niedrigzinsen für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien-Assets und das prägt natürlich die Atmosphäre auf der Messe. Im Fokus unserer Gespräche stehen klar das Geschäft und mögliche Deals.

Bodo Hollung, Managing Partner LIP Invest GmbH: „Gewachsene Bedeutung bei nationalen und internationalen Anlegern“

Die gewachsene Bedeutung des Logistikimmobilienmarktes für nationale und internationale Anleger zeigt sich auch auf der Expo Real sehr deutlich: Wir sehen eine sehr große Nachfrage von Anlegern, aber führen ebenfalls viele Gespräche mit Immobilieneigentümern und Projektentwicklern zu möglichen Verkäufen. Wir sind in diesem Jahr erstmals mit unserem neu gegründeten Unternehmen LIP Invest auf der Expo und die Messe erweist sich einmal mehr als ideale Plattform, um schnell Kontakte und Aufmerksamkeit aufzubauen.

Guido Nabben, Sprecher German Property Partners: „Netzwerken und Geschäfte im Vordergrund“

„Die Party geht weiter“: Für GPP steht auf der Expo Real neben dem Netzwerken klar das Geschäft im Vordergrund. Bisher konnte unser Maklernetzwerk von jeder Expo und auch MIPIM konkrete Deals mit nach Hause nehmen, weshalb Messen für uns immer einen großen Mehrwert bieten. Dabei entsteht ein Großteil des Geschäfts aus gewachsenen Kontakten und es lohnt sich, auch mal ohne Termine über die Messe zu laufen, um die bestehenden Kontakte wieder aufzufrischen und neue zu knüpfen. In diesem Jahr waren wir mit vielen deutschen Family Offices im Gespräch, die verstärkt nach regionalen Produkten im Volumen zwischen drei und zehn Millionen Euro mit einer anständigen Rendite suchen. Wir bieten unseren Kunden Performancesicherheit und können damit bei ihnen punkten.

Die Stimmung auf der Messe ist ungebrochen gut. Die Bundestagswahl war in den Gesprächen auf der Messe überraschenderweise kein großes Thema, obwohl sie erst gut zwei Wochen her ist. Das könnte schlicht daran liegen, dass die Immobilienbranche keine einschneidenden Veränderungen erwartet. Auch die Digitalisierung war eher auf Podiumsdiskussionen ein Thema als in persönlichen Gesprächen.

Philipp Ellebracht, Head of Real Estate Product Continental Europe, Schroder Real Estate:
„Die internationale Nachfrage nach deutschen Immobilien scheint im Vergleich zum Vorjahr nochmals angestiegen zu sein und dürfte sogar weiter zunehmen. Die Perspektive dieser Investoren fußt auf den starken Fundamentaldaten Deutschlands, dem vorteilhaften Preisvergleich zu globalen Metropolen und einer deutlichen Mietpreissteigerungserwartung. Die historisch niedrigeren Erwerbsrenditen beinhalten daher in vielen Städten Mietpreissteigerungen. Objekte mit kurzen Mietvertragslaufzeiten z.B. in Berlin werden momentan aggressiv bewertet, da viele Investoren die Chance wittern, mit höheren Mieten den Wert der Immobilie nachhaltig zu steigern. Daher kann ich nur raten, vor Erwerb auf die Annahmen bei Mieteroptionen zu achten. Bei Leerstandsraten von nahe Null und einem steigendem Mietpreisumfeld kann man fast sicher sein, dass viele Mieter Ihre Verlängerungsoptionen aus Mangel an Alternativen ziehen werden. Dies kann den einen oder anderen Investor in seinem Businessplan bremsen.“

Mit Interesse und Verwunderung beobachtet Ellebracht das konstant hohe Investmentniveau im Retail-Sektor. "Wir alle kaufen online ein und verlagern einen Teil unserer Kaufkraft ins Internet, definitiv weg vom Einzelhandel. Da wir alle aber über ungefähr gleich viel Geld verfügen, bricht dieser Teil an Kaufkraft dem lokalen Einzelhandel weg. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis in B-Städten die Vielfalt des Einzelhandels weiter stark zurückgeht und viele Einzelhandelsinvestments dringend alternative Strategien benötigen oder gar obsolet werden. Der Fashion Bereich hat es vorgemacht in den letzten Jahren. Wer glaubt, dass dies im Food-Bereich ebenfalls nicht stattfindet, wird sich wundern, da Haptik nicht unbedingt ein Begriff des aktiven Sprachgebrauches der Millenials ist."

Oliver Herrmann, Managing Director/Head of Business Development, redos Gruppe: „Wir beobachten auf dem Markt für Einzelhandelsimmobilien nach wie vor steigende Preise. Eine Trendwende ist in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Das Interesse auf Käuferseite nimmt dadurch aber nicht ab. Das ist auch mein Eindruck nach der Expo Real. Ein Trendthema sind derzeit vor allem hybride Shopping-Center. Auch für uns bei redos – nach anderthalb Jahren Revitalisierung haben wir gerade erst den Kaufpark Eiche in Ahrensfelde bei Berlin wiedereröffnet. Im Center-Bereich befinden wir uns aktuell in einer spannenden Transformationsphase: weg vom Versorgungs- und hin zum Erlebniseinkauf. Abwechslungsreiche Gastronomie- und Freizeitangebote werden dabei immer wichtiger. Um langfristig zum sozialen Treffpunkt zu werden, müssen Center ihre Kunden über alle Kanäle hinweg abholen und ihnen viel mehr bieten als früher.“

MEDICI LIVING, Ferdinand von Fumetti, Mitgründer und Geschäftsführer: „Das Thema PropTech war in diesem Jahr definitiv viel präsenter als auf der letzten Expo Real. Mein Gefühl ist: Die Szene wird mittlerweile viel ernster genommen als noch vor ein paar Jahren. Das liegt sicher auch daran, dass sie sich zunehmend professionalisiert und die Branche sich für Innovation öffnet. Von den Inhalten her ist Co-Living weiter ein absolutes Trend-Thema. Das haben unsere Gespräche auf der Messe bestätigt. Wir haben als Marktführer im Bereich Co-Living in den letzten fünf Jahren definitiv ein langfristig attraktives Segment mit aufgebaut, welches inzwischen auch bei institutionellen Investoren auf großes Interesse stößt.“

Torsten Doyen, Managing Director CB Capital Management GmbH und Markus Holzer, Managing Director CB Fund Management GmbH: „Gute Stimmung bei allen Beteiligten. Wir konnten zahlreiche gute Gespräche mit Investoren - auch institutionellen – führen. Neben dem großen Nachfragedruck war Digitalisierung ein vorherrschendes Thema – da sind wir mit unserem digitalisierten Ankaufsprozess vielen einen Schritt voraus.“

Treucon Real Estate, Thomas Doll, geschäftsführender Gesellschafter: „Den Teilnehmern ging es dieses Jahr vor allem um die dramatische Grundstücksknappheit im Bereich der Wohnprojektentwicklung, die Herausforderungen der Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft, die Mieten in den Ballungszentren, die Mietpreisbremse sowie um das Thema Kapitalmarktentwicklung und Zinsen. Bei letzterem waren sich meine Gesprächspartner einig, dass das Zinstief noch mindestens drei Jahre anhalten wird. Die Zeiten für Kreditinstitute und Sparer bleiben also schwer.“

Cube Real Estate, Tilman Gartmeier, Geschäftsführer: „Der Optimismus der Branche hat weiter zugenommen und die Risikobereitschaft vieler Marktteilnehmer scheint weiter zu steigen. Dennoch war gefühlt schon lange nicht mehr so viel Agilität und Geschwindigkeit in der Branche. Das macht einerseits viel Spaß, muss aber auch kritisch betrachtet werden. Zu viel Optimismus war bisher noch für keine Branche gesund.“

Ralph Hagedorn, RALPHHAGEDORN GmbH – Estate of the Art, Inhaber:
„Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Situation auf dem Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien zeitnah merklich entspannt. Um ihre Immobilien bei den hohen Preisen erfolgreich zu vermieten, müssen Eigentümer ordentlich in die Objekte investieren. Gute Mieter und gute Mieten bekommt nur, wer auch attraktive Immobilien hat. Grundsätzlich glauben wir – auch durch unsere Gespräche auf der Expo Real – fest daran, dass die Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien hoch bleiben wird. Auf dem Investmentmarkt beobachten wir dabei zunehmend einen Trend weg von großflächigen Einkaufszentren – hin zu Geschäftshäusern, die sich, wie die Sedelhöfe in Ulm zum Beispiel, viel besser in Quartiersentwicklungen einfügen.“

REASULT, Dirk Schumacher, Country Head Germany: „Nachdem im vergangenen Jahr viel über Digitalisierung gesprochen wurde, ist das Thema mittlerweile wirklich in den Köpfen angekommen. Viele große Projektentwickler suchen nach digitalen Lösungen zur Optimierung ihrer Prozesse und Abläufe. Wir rennen offene Türen ein.“

Rüdiger Salzmann, westbridge advisory, Gründer und Geschäftsführer: „Der Renditedruck steigt, damit spielt auch die Optimierung von Betriebskosten und Prozessen im Asset-Management eine immer größere Rolle. In zahlreichen Gesprächen kam zudem ein weiteres Thema immer wieder auf: Bei der Überprüfung der Haftung und Delegation von Betreiberpflichten können wir als externe Dienstleister wertvolle Dienste leisten.“

Stephan Wachtel, NEK Energie, Geschäftsführer: "Energie-Effizienz ist in aller Munde, spielt allerdings bei Neuvermietungen und Investitions-Entscheidungen noch keine wesentliche Rolle. Das wird sich ändern – bezahlbare Energieeffizienz wird immer wichtiger."

Heiko Henneberg, UPARTMENTS Real Estate GmbH,Managing Director: “Stimmung und Besucherzahlen ähneln denen vom vergangenen Jahr. Micro-Living bleibt eine äußerst beliebte Asset-Klasse, das Interesse nimmt nach meiner Einschätzung sogar noch zu. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen ist extrem hoch.“

neotares, Norman Kustos, geschäftsführender Gesellschafter und Daniel Dickel, Geschäftsführer: "Der auffälligste Trend war für uns wie im Vorjahr die fortschreitende Vernetzung und Elektrifizierung von Gebäuden. Genau diese unumkehrbaren Veränderungen zielen nicht nur auf ein Umdenken in baulichen Aspekten, sondern stehen in direktem Zusammen von Digitalisierungsprozessen und einer modernen Arbeits- und Informationskultur. Die rasante Geschwindigkeit der Digitalisierung bedingt geradezu neue Arbeitsplatzkonzepte und ein Vorausdenken von Unternehmen, um im ‚War of Talents‘ zu bestehen.“

Enrico Kürtös, Inreal Technologies GmbH, CEO: „Wir haben auf der diesjährigen Expo Real eine viel größere Offenheit festgestellt, was Themen wie Virtual und Augmented Reality angeht. Ich bin fest davon überzeugt, dass beides in der Immobilienvermarktung künftig eine wesentlich größere Rolle spielen wird. Genau wie die gezielte Datenverknüpfung und -auswertung. Auch damit beschäftigen sich viele Unternehmen mittlerweile sehr viel intensiver als im vergangenen Jahr. Die Umsetzung verläuft zwar noch relativ schleppend. Aber: Die Branche scheint langsam zu verstehen, welches Potenzial Big Data innewohnt.“

Christian Mauer, shareDnC, Gründer und Geschäftsführer: „Sehr positiv war das Interesse der ‚old economy‘ an uns Proptechs. Das REIN Forum war immer gut besucht und es kamen viele Etablierte um sich über die neuen Geschäftsmodelle der jungen Wilden zu informieren. Die Digitalisierung war definitiv eines der Hauptthemen an den Ständen.“

Markus Blonski,Intralinks, Direktor DACH: "Die Expo Real war für uns ein voller Erfolg. Die Real Estate-Branche wird digital. Egal ob Berater, Vertrieb, Asset Manager oder Projektentwickler, jeder will sich hierzu professionell aufstellen und vom Wettbewerb differenzieren."

Philipp Roos, Bereichsleiter Projektentwicklung, CEV Handelsimmobilien GmbH: „Wir haben auf der Expo Real vor allem drei Entwicklungen ausgemacht. Im Bereich Einzelhandelsimmobilien ist nicht mehr die reine Expansion das große Thema – der Fokus liegt eher darauf, einzelne Projekte möglichst erfolgreich abzuschließen. Entsprechend steht die Detailarbeit im Mittelpunkt. In unseren Gesprächen hat sich gezeigt: Die Investorenseite ist merkbar proaktiver auf der Suche nach passenden Projekten, was dem knappen Angebot geschuldet ist. Dabei wird für das vorhandene Kapital unabhängig vom Volumen und über alle Assetklassen hinweg gezielt gesucht. Und schließlich ist eines der ganz großen Themen natürlich die Digitalisierung – vom Bau bis hin zur Vermarktung setzt die Branche zunehmend auf digitale Lösungen. Der Implementierungsgrad hat deutlich zugenommen.“

Blackprintpartners / GPTI, Alexander Ubach-Utermöhl, Geschäftsführer blackprintpartner und Vorsitzender der German PropTech Initiative: „Wir haben auf der Expo Real eine sehr positive Grundstimmung beim Thema PropTechs festgestellt. Die etablierten Unternehmen suchen das Gespräch mit den Startups mittlerweile viel stärker und gehen aktiv auf die Gründer zu – ohne Berührungsängste, dafür mit viel Interesse. Die deutsche PropTech-Szene ihrerseits stellt sich zunehmend professionell auf und hatte dieses Jahr beispielsweise über die German PropTech Initiative oder das Real Estate Innovation Network erstmals auch eigene starke Präsenzen auf der Messe. Auch dadurch sind beide Seiten intensiv miteinander ins Gespräch gekommen – die beste Grundlage, um über die Expo Real hinaus nun gemeinsam Dinge anzustoßen.“







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