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16.03.2017 PropTech 2017: Startups mischen die Immobilienbranche auf

Foto: PIRO4D / https://pixabay.com
Der Höhenflug der Immobilienwelt hat in den vergangenen Jahren zugelegt. Attraktive Zinsen rufen immer mehr Investoren auf den Plan und die vielerorts herrschende Wohnungsknappheit kurbelt den Bauboom an. Doch mit der zunehmenden Nachfrage nach Objekten, steigt der Bedarf an digitalen Lösungen. PropTech-Startups stellen die Branche derzeit ordentlich auf den Kopf. Wer jetzt nicht handelt, könnte künftig den Anschluss verlieren.

Digitalisierung der Branche: PropTech kein kurzfristiger Boom

Die Onlinevermarktung spielt in der Immobilienbranche eine immer wichtigere Rolle. Startups haben diesen Trend längst erkannt und mit entsprechenden Produkten aufgegriffen. Einige etablierte Player sträuben sich bislang noch auf den PropTech-Zug aufzuspringen. Doch das dürfte sich künftig als fataler Fehler herausstellen. Property Services Technology, kurz PropTech, fasst alle aktuellen digitalen und technologischen Entwicklungen innerhalb der Immobilienbranche zusammen, welche unter anderem das Ziel verfolgen, klassische Bereiche kundenfreundlicher zu gestalten. Gleichzeitig sind frische Ideen wie Immobilien-Crowdfunding ein Thema. Profitieren werden Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen.

Während Vermieter geeignete Makler künftig digital suchen, lässt sich der Kontakt zu Dienstleistern zur Erledigung von Angelegenheiten der Hausverwaltung über innovative Applikation via Smartphone herstellen. Neuerungen wie Crowdinvesting sind ein weiterer starker Motor der PropTech-Bewegung. Hierbei können mehrere Anleger gemeinsam mit jeweils kleinem Anteil in Projekte investieren und an den positiven Entwicklungen teilhaben. Investieren soll für alle möglich werden und nicht der Elite vorbehalten bleiben.

Ein kritischer Blick verdeutlicht, dass es abzusehen war, dass die Digitalisierung auch vor der Immobilienbranche nicht Halt machen wird. Digitale Lösungen sind in anderen Branchen längst Alltag und aus der Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken. Als Beispiel dient das produzierende Gewerbe. Cloud-Strukturen prägen die Industrie der Zukunft und E-Commerce gewinnt täglich an Bedeutung. Produktion und Vertrieb verschmelzen zunehmend zu einer Einheit. Der direkte Kontakt zu Produktabnehmern ist inzwischen unverzichtbar und hat zahlreiche digitale Absatzwege geschaffen. Mit dem B2B-Anbieterportal Productpilot können unter anderem Einkäufer über eine Branchen-Segmentierung gezielt nach Produktanbietern suchen und sich näher über das internationale Angebot informieren. Das Spektrum reicht von Wohnen und Leben über Elektrotechnik bis hin zu IT. Ein Filtersystem erlaubt eine individuelle Recherche und die Eingrenzung der Suchergebnisse, sodass vom System möglichst ausschließlich für den Bedarf relevante Kontakte ermittelt werden. Digitale Absatzkanäle wie in diesem Beispiel, die den direkten und gezielten Kontakt zur Kundschaft ermöglichen, sind in der Immobilienbranche längst überfällig. Internet-Marktplätze wie Immowelt oder Immobilienscout24 sind feste Größen am Markt und haben die Verhaltensweisen von Käufern konkret beeinflusst. Sie suchen Immobilien inzwischen nahezu ausschließlich über das Internet. Das ergab eine Studie der Universität München. Die Onlinevermarktung von Immobilien müsste Maklern angesichts derartiger Fakten wesentlich geläufiger sein.

In den USA oder China ist die Branche weiter. Die Investitionen in PropTech haben dort merkbar zugelegt. Deutschland hinkt dieser Entwicklung hinterher. Doch einige gut organisierte Startups mischen die Branche jetzt auf und beschäftigen sich mit cleveren Informationstechnologien, welche die Immobilienbranche nachhaltig verändern werden. Rund 140 Startups wurden Anfang 2017 gezählt, Tendenz steigend. Förderprogramme wie der blackprint Booster, mit dem die vier PropTech-Startups Bespaced, Habitalix, Roomhero und Moderan unterstützt werden, verdeutlichen das große Interesse an den innovativen Geschäftsmodellen. Unternehmen, die noch immer auf klassische Vertriebswege vertrauen, sehen sich einer schnell wachsenden Konkurrenz gegenüber.

Zwei Beispiele:

1. Homeday.de: Immobiliensuche leichtgemacht

Über 30.000 Immobilienmakler sind derzeit in Deutschland tätig. Privaten Immobilienverkäufern erschwert die Masse die Entscheidung. Doch die Menge allein ist nicht das Problem. Die Berufsbezeichnung ist bis heute nicht geschützt, wodurch sich Hausbesitzer stets dem Risiko gegenübersehen, an einen unseriösen Makler zu geraten. Diesen Bedarf an Unterstützung für Privatbesitzer hat das Startup Homeday mit Sitz in Köln erkannt. Mit dem anwenderfreundlich gestalteten Onlineportal Homeday.de bringt das junge Unternehmen seriöse Makler und Immobilienbesitzer zusammen. Um die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten, prüfen zum einen interne Experten jeden Makler, zum anderen werden bisherige Vermittlungen, Maklererfahrung und weitere Indikatoren in die Recherche einbezogen.

2. Ogulo: App für virtuelle Besichtigungen

Mit der App Ogulo können Unternehmen einen virtuellen 360°-Rundgang durch Immobilien erstellen und so kostenintensive Besichtigungen vermeiden. Potenzielle Käufer lassen sich online durch das Objekt führen, während Telefon- und Chatkonferenzen den direkten Austausch ermöglichen. Mit Hilfe von Individualisierungselementen können Immobilien-Anbieter Logos hinzufügen, Ansprechpartner bewerben und so den Kontakt zu Interessenten herstellen. Über Statistiken sind Anwender in der Lage zu analysieren, welche Räumlichkeiten virtuell besonders gerne besucht werden und wo Optimierungen sinnvoll sind. Diese digitale Lösung sorgt in der Immobilienwelt schon jetzt für Aufsehen.

Prognose

Das Onlineportal Gründerszene hat für 2017 fünf PropTech-Prognosen arrangiert. Neben „Transparenz dank Vernetzung“ und Crowdfunding sollen demnach Technologien für mehr Nachhaltigkeit in diesem Jahr ein zentrales Thema sein: „Intelligente Systeme können beispielsweise detaillierte Trendanalysen in Sachen Energieverbrauch liefern, wodurch Hauseigentümer Verschwendung und CO2-Emissionen entgegenwirken und gleichzeitig eine Menge Bares sparen.“

Die Frage lautet angesichts der PropTech-Wende nicht, ob sich Akteure der Immobilienwelt mit der Digitalisierung beschäftigen wollen, sondern wann und wie. Die Kundschaft fordert digitale Angebote schon lange. Die Branche ist gefordert schnellstmöglich passende Lösungen bereitzustellen, um den zunehmenden Ansprüchen gerecht zu werden. Je früher es gelingt den massiven Bedarf zu bedienen, desto größer die Erfolgschancen. Unternehmen, die weiterhin an konservativen Portfolios festhalten, werden an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.






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