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06.04.2017 München begrüßt Architekturkonzept: Die Macherei gewinnt an Form

Fotocredit: Art-Invest| Accumulata Immobilien
Am heutigen Donnerstag haben Art-Invest Real Estate und Accumulata Immobilien das finale Architekturkonzept für das Geschäftsquartier „Die Macherei“ im aufstrebenden Münchner Osten einer Jury aus Politik, Stadtplanung und Architekturexperten präsentiert. Die Projektentwickler planen ein urbanes und belebtes Quartier mit 64.000 Quadratmetern Gesamtmietfläche. Dafür haben sie im Zuge eines Architektenwettbewerbs gleich drei Büros verpflichtet: HWKN Hollwich Kushner aus New York, msm meyer schmitz-morkramer aus Köln/Frankfurt und OSA Ochs Schmidhuber Architekten aus München. „Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit drei Architekturbüros entschieden, weil wir von Projektbeginn an eine vielfältige, aber dennoch komplementäre und nachhaltige Architektur schaffen wollen, die dem gesamten Stadtteil Mehrwert bietet und für München einzigartig ist“, sagt Ferdinand Spies, Geschäftsführer der Art-Invest Real Estate.

Der Wettbewerb selbst hatte auf der städtebaulichen Konfiguration des genehmigten Vorbescheids aufgesetzt. Acht namhafte nationale wie auch internationale Architekturbüros hatten ihre Entwürfe Ende 2016 dem Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Fritz Auer, der maßgeblich am Bau des Münchner Olympiageländes beteiligt war, und Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk vorgestellt. In den vergangenen drei Monaten haben die ausgewählten Architekten ihre Entwürfe dann optimiert und sie am heutigen Donnerstag einer Fachjury aus Vertretern von Politik, Stadtplanung und Architekturexperten vorgestellt.

Nach den jetzt seitens der Jury verabschiedeten Plänen entstehen insgesamt sechs neue Gebäude, die Büros, Geschäfts- und Einzelhandelsflächen miteinander verbinden – so mischen sich dort zum Beispiel ein Biomarkt, Restaurants, ein kleines Café, ein Design-Hotel, ein Boardinghouse und ein Fitnessstudio. Herzstück des Ensembles ist das sogenannte Inkubatorgebäude, das Co-Working Space und Konferenzräume anbietet. Etwa 55 Prozent der Mietfläche werden Loft-Büros mit lichten Raumhöhen von circa 3,5 Metern für international etablierte Unternehmen und Start-ups. Mehr als die Hälfte des 26.400 Quadratmeter großen Grundstücks, das bisher durch hohe Zäune und Tore abgeriegelt war, wird für die Öffentlichkeit zugänglich sein – darunter auch ein großer Platz, der zum Verweilen einlädt und neben dem Grünstreifen auf dem östlichen Grundstück eine Durchwegung des Quartiers ermöglicht.

Quartierseigenes Mobilitätskonzept mit Angeboten zum Car- und Bike-Sharing für die Nutzer

Von Projektbeginn an haben die Bauherren ein umfassendes Mobilitätskonzept als wesentlichen Bestandteil des Quartierskonzepts verfolgt. Dieses sieht unter anderem attraktive Fahrradabstellanlagen, Angebote zum Car- und Bike-Sharing sowie eine quartierseigene App mit Mobilitätsinformationen vor. Darüber hinaus ist eine Kooperation mit den Stadtwerken München zur effizienten Nutzung der bereits jetzt schon sehr guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geplant. Guido Prummer, Vorstandsmitglied Accumulata Immobilien: „Obwohl ein Verkehrsgutachten belegt, dass der Verkehr für das Areal auch ohne ein Mobilitätskonzept funktioniert, wollen wir auch an dieser Stelle innovativ handeln – nicht zuletzt, weil solche Services gerade seitens der jüngeren Unternehmerklientel zunehmend nachgefragt werden.“ Unterirdisch ist auf dem Gelände der „Macherei“ eine Tiefgarage mit einer ausreichenden Anzahl an Ladestationen für Elektrofahrzeuge geplant. Sie wird über zwei Ein- und Ausfahrten in der Berg-am-Laim-Straße und der Levelingstraße zugänglich sein.

Loft-Stil kombiniert mit Industrial-Chic

Spannung in der Architektur des neuen Gewerbequartiers wird über differenzierende Höhen und Formen der einzelnen Gebäude sowie farblich und materiell unterschiedlich gestaltete Fassaden entstehen. Dabei gibt jedes der drei Architekturbüros den einzelnen Gebäudeteilen eine eigene Identität.

So zeichnet Hollwich Kushner verantwortlich für die Realisierung des Design-Hotels und des Boardinghouse sowie der beiden angrenzenden Bürogebäude auf dem östlichen Quartiersgrundstück. Das Design-Hotel wird dabei geprägt durch eine gefaltete Fassade. An der Spitze des Gebäudes soll eine Panoramabar mit Blick auf die Alpen entstehen. Integriert in die Bürogebäude ist zudem ein zweistöckiges Fitnessstudio. Mit der dynamischen Fassadensprache bringt das Büro New Yorker Flair in das Projekt. Der Entwurf konzentriert sich vor allem aber auf den Raum zwischen den Gebäuden. Dieser schafft vielfältige städtische Qualitäten, die die Lebensqualität von Anliegern und Besucher gleichermaßen steigern.

Die Münchner Architekten OSA Ochs Schmidhuber hingegen konzipieren das gut 15.000 Quadratmeter große Inkubatorgebäude. Die Architekten kreieren über eine Ziegelsteinfassade und eine aufgesetzte Stahl- und Glasarchitektur am oberen Teil des Gebäudes eine Verbindung aus Historie und Zukunft. Denn die Klinkerfassade gilt als Reminiszenz an die früher in Berg am Laim angesiedelten Ziegelbrennereien. Im Inneren des Gebäudes sind Loft-Büros mit 3,50 Meter lichten Raumhöhen und freiliegenden, industriell anmutenden Leitungssystemen geplant. Zudem wird ein großzügiger Gastronomiebereich mit Freifläche auf dem zentralen Platz entstehen.

Der Entwurf der Kölner beziehungsweise Frankfurter Architekten msm meyer schmitz-morkramer für zwei weitere Gebäude, in denen ebenfalls Loft-Büros sowie Einzelhandelsflächen geplant sind, steht wiederum für eine funktionale und flexible Architektursprache mit einer starken Ensemblewirkung entlang der Berg-am-Laim-Straße. Ein vielschichtiger Materialkanon verfolgt das Ziel, jedes einzelne Haus eigenständig und gestalterisch zu prägen und erinnert an Loft- und Industriebauten der Gründerzeit. „Das von uns, aufgrund seiner eigenständigen Fassadenmaterialität und auf Stützen stehende, liebevoll genannte ‚Nachtkastl‘ im Entwurf von msm, der zwei weitere Baukörper miteinander verbindet, steht als identitätsstiftendes Merkmal für ‚Die Macherei‘ und unterstreicht die industriell anmutende Architektursprache des gesamten Quartiers“, sagt Guido Prummer.





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