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21.04.2017 Verklinkertes Konzerthaus: Kirche wird zum Bochumer Musikforum

Fotocredit: Fotograf Matthias Jäger
Vielen Kirchen fehlen die Gemeinden. Der Abriss ist oftmals die Folge. Nicht so für die einstige katholische St. Marienkirche in Bochum. Das Gotteshaus aus dem 18. Jahrhundert wurde zum Zentrum des neuen Bochumer Musikforums der Architekten Martin Bez und Thorsten Kock. Im Herzen des Bochumer ViktoriaQuartiers bietet das „Anneliese Brost Musikforum Ruhr“ mit einem großen Konzertsaal und einem Multifunktionssaal nun den einst heimatlosen Symphonikern der Stadt sowie der örtlichen Musikschule eine neue Heimat.

Mittelpunkt des Musikforums

Bez+Kock überzeugten mit der Idee, die seit 2002 profanierte und seither ungenutzte Marienkirche als Foyer zum Mittelpunkt des neuen Musikzentrums werden zu lassen. Über eingeschossige Zwischenzonen wurden die neuen Baukörper an den Kirchenbau angeschlossen, so dass eine in der Höhe gestaffelte Ansicht entsteht und die Traufenhöhe der Kirche respektiert wird. Die Balance zwischen Alt und Neu gelingt.

Kurze Entwicklungszeiten

Die neuen Baukörper, die das Langhaus der Kirche gerade so flankieren, dass nur noch der schmale Chor aus dem Ensemble heraustritt, werden durch eine helle Ziegelsteinfassade bestimmt. Der Stein wurde von Deppe Backstein exklusiv für das Musikforum entwickelt und produziert. „Martin Bez und Thorsten Kock sind relativ spät, erst während der Ausführungsplanung, an uns herangetreten“, erinnert sich Geschäftsführer Dr. Dirk Deppe an den ersten Kontakt zu den Architekten, die seit 2000 das Generalplanungsbüro Bez+Kock Architekten in Stuttgart betreiben. Für diese nahm die Fassade einen hohen Stellenwert innerhalb des Entwurfs ein. Sie sollte Verbindung schaffen und die Kirche baulich in das Ensemble einbinden. Innerhalb weniger Wochen und in enger Abstimmung mit den Architekten entwickelte Deppe Backstein diverse Muster, die vor Ort gesichtet und abgestimmt wurden bis das gewünschte Ergebnis erzielt war. „Ein hohes Maß an Flexibilität und vor allem die schnelle Reaktionszeit haben dazu beigetragen, dass wir das Projekt innerhalb des gesetzten Zeitrahmens realisieren konnten. “, erläutert Thorsten Kock die Zusammenarbeit mit Deppe Backstein.

Roter Stein, weiße Wirkung

Entschieden haben sich Bez+Kock für einen Wasserstrich-Backstein, der durch die weiße Schlämmung in der Gesamtansicht nahezu beige bis weiß wirkt und beim ersten Hinsehen auf diese Weise einen signifikanten Kontrast zur historischen Kirche setzt. Mit seinem durchscheinenden roten Scherben nimmt der Backstein die Farbe des ursprünglichen, roten Ziegels der Marienkirche allerdings wieder auf und vermittelt so zwischen Alt und Neu. „Uns war klar, dass wir das Rot der historischen Kirche irgendwie aufnehmen mussten. Allerdings wussten wir auch, dass ein herkömmlicher roter Backstein dem Entwurf nicht gerecht werden würde, so dass wir den Stein weiß geschlämmt haben und einen spannenden Kontrast erzielen konnten“, erinnert sich Dr. Dirk Deppe rückblickend an den Entstehungsprozess.





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