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12.12.2018 Tilgungssatz, Darlehenshöhe, Zinsbindung: So finanzieren die Deutschen

Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Standardrate etwas höher

Nach dem Jahrestief im September steigt die standardisierte Rate für ein Baudarlehen in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf wieder: Allerdings nur geringfügig, um 0,86 Prozent auf 464 Euro. Die Entwicklung der Standardrate über das Jahr – von 466 Euro zum Jahresbeginn bis 480 Euro im Sommer und 454 Euro im September – spiegelt die Volatilität der Bauzinsen wider, die sich 2018 schwankend seitwärts bewegen.

Kredithöhe stagniert, Beleihungsauslauf steigt

Die Darlehenshöhe verharrt auf ihrem Rekordhoch: Auch im Oktober nehmen Kreditnehmer durchschnittlich 234.000 Euro auf, um die eigenen vier Wände zu finanzieren. Eine Summe, die deutlich über dem Mittelwert des letzten Jahres (rund 200.000 Euro) liegt. Doch obwohl die Kredite immer höher werden, lässt das nicht auf eine zunehmende Überschuldung der Deutschen schließen. Denn auch die absolute Summe des Eigenkapitals nimmt zu – erkennbar am Beleihungsauslauf. Der ist mit momentan 82 Prozent zwar etwas höher als in den Vormonaten (81,6 Prozent im Oktober und rund 81,8 im September), befindet sich aber auf einem konstanten Niveau.

Lange Zinsbindung, hohe Tilgung

In die Tilgung zu investieren, zahlt sich aus: Wer höher tilgt, ist schneller schuldenfrei. Die niedrigen Zinsen nutzen die Darlehensnehmer im November, um die Laufzeit ihrer Kredite zu verkürzen und damit Zinskosten zu sparen. Mit 2,77 Prozent anfänglichem Tilgungssatz liegt der Wert über dem des Vormonats (2,71 Prozent). Und deutlich über den historischen Werten – erst seit 2013 tilgen Kunden ihre Immobilienkredite kontinuierlich mit den empfohlenen zwei Prozent oder mehr.

Kreditnehmer entscheiden sich im November für lange Zinsbindungen von durchschnittlich 14 Jahren. Das entspricht dem Mittelwert des bisherigen Jahres. Der Zinssatz für ein Baudarlehen wird zwar höher, je länger er gilt – in Anbetracht des zurzeit extrem niedrigen Grundniveaus hat eine lange Zinsbindung aber deutliche Vorteile: So vermindert sich das Zinsänderungsrisiko nach Ablauf der Bindung und die Konditionen für die Anschlussfinanzierung werden günstiger.

Leichte Zunahme von Forward-Darlehen

Der Anteil an Annuitätendarlehen geht im November marginal zurück (minus 0,5 Prozentpunkte auf rund 83,4 Prozent), dafür nimmt das Interesse an Forward-Darlehen etwas zu (plus knapp 0,7 Prozentpunkte auf 8,45 Prozent). Dieser leichte Zuwachs heißt, dass etwas mehr Immobilienbesitzer mit steigenden Zinsen rechnen und sich die jetzigen Konditionen gegen einen Aufschlag im Voraus sichern. Voraussichtlich steigen die Bauzinsen weiterhin an. Weil die Entwicklung aber moderat ausfallen wird, ist kurzfristig nicht von einem verstärkten Run auf diese Darlehensart auszugehen.

Kreditnehmer fragen die staatlich geförderten Darlehen der KfW-Bank erneut etwas stärker nach. Deren Anteil am Gesamtvolumen ist im November mit 3,7 Prozent zwar höher als in der bisherigen zweiten Jahreshälfte, aber immer noch relativ gering. Zum Vergleich: 2017 betrug er im Mittel über sechs Prozent, 2016 machten KfW-Kredite noch durchschnittlich rund neun Prozent aus.









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