News

EXPO-REAL

EXPO REAL 2026: Leichtes Wachstum trifft auf harte Realität

07. Oktober 2026: Der Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Belebung. Zwar prüfen Investoren wieder mehr Vorhaben, doch anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen, hohe Baukosten und regulatorische Hürden erschweren die Umsetzung vieler Projekte weiterhin. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die EXPO REAL, die vom 5. bis 7. Oktober 2026 in München stattfand, 1.777 Aussteller aus 37 Ländern (2025: 1.742 Aussteller aus 34 Ländern) und mehr als 42.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 74 Ländern (2025: rund 42.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 70 Ländern). Damit lag die Teilnehmerzahl leicht über dem Vorjahresniveau. Auf 76.000 Quadratmetern in sieben Hallen standen die Themen Wohnungsbau, Finanzierung und investierbare Infrastruktur im Mittelpunkt, wobei Letztere erstmals einen eigenen Schwerpunkt bildete.

Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München: „In einem ambivalenten Marktumfeld trifft leichtes Wachstum auf harte Realität. Während viele Projekte in Deutschland unter erheblichem Druck stehen und die strukturellen Herausforderungen weiter ungelöst sind, gibt es von internationalen Märkten und Partnern ermutigende Signale für das Jahr 2027. Unsere Aufgabe ist es, die EXPO REAL kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit der Premiere des Bereichs ‚Investierbare Infrastruktur‘ ist uns das erneut gelungen. Dies zeigt die Zukunftsfähigkeit von Europas größter Messe für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur.“

Investierbare Infrastruktur erstmals eigener Schwerpunkt auf der EXPO REAL
Mit InfrastructureNow griff die EXPO REAL die zunehmende Verbindung von Immobilien und Infrastruktur auf. Der neue Bereich erweiterte das Messeangebot um Energie-, digitale und soziale Infrastruktur sowie Verteidigung. Damit rückten die Schnittstellen beider Investmentbereiche und ihre Bedeutung für Immobilienstandorte stärker in den Fokus. Diese strategische Erweiterung der EXPO REAL stieß bei Ausstellern und Besuchern auf überaus positive Resonanz, wie

Alexander Heinzmann, CEO der BPD Immobilienentwicklung, erläutert: „Aus unserer Sicht ist es notwendig, Immobilien und Infrastruktur konsequent zusammenzudenken. Gerade bei größeren Stadt- und Quartiersentwicklungen müssen Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Grün- und Freiräume sowie soziale Infrastruktur von Anfang an gemeinsam geplant werden. Nur wenn diese Bausteine ineinandergreifen, entstehen Quartiere, die langfristig funktionieren und den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht werden.“

Michael Henn, Global Head of Infrastructure Investments bei der Commerz Real Investmentgesellschaft mbH unterstreicht: „Mit ‚InfrastructureNow‘ hat die EXPO REAL diesem Wandel die passende Bühne gegeben. Infrastruktur entwickelt sich von einer eigenständigen Assetklasse zu einem integralen Bestandteil moderner Real-Asset-Strategien. Der Wert eines Assets entsteht heute nicht mehr nur im Gebäude selbst, sondern immer stärker in der Infrastruktur dahinter, von Energieversorgung und Netzen bis hin zu Daten- und digitaler Infrastruktur. Die Grenzen zwischen Immobilien und Infrastruktur verschwimmen zunehmend. Genau diese Entwicklung macht die EXPO REAL heute relevanter denn je.“

Wie Unternehmen wiederum den neuen Schwerpunkt für ihre Positionierung nutzen, erläutert Oguz Kusdil, Managing Director and Founder bei commonreal: „Unsere erstmalige Teilnahme an der EXPO REAL als Aussteller war ein besonderes Erlebnis und ein wichtiger Schritt in unserer Unternehmensstrategie. Gerade im aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld ist die Messe ein wesentlicher Baustein, um unsere Positionierung im Bereich der sozialen Infrastruktur sichtbar zu machen, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und neue Kontate zu Investoren, Banken, Betreibern und Projektpartnern aufzubauen.“

Wohnungsbau im Dialog zwischen Wirtschaft und Politik

An die positive Resonanz auf den im Vorjahr eingeführten Bereich „Flexible Housing – Opportunities next door“ knüpfte die EXPO REAL 2026 mit dem Thema Wohnen an. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie trotz hoher Bau- und Finanzierungskosten sowie langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozesse mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland entstehen kann. Neben dem Neubau ging es um Aufstockung, Umnutzung, serielles und modulares Bauen sowie eine effizientere Flächennutzung. Die Diskussionen zeigten, wie eng politische Rahmenbedingungen, Investitionsentscheidungen und die Projektumsetzung zusammenhängen und wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik ist.

Bundesbauministerin Verena Hubertz betonte bei ihrem Besuch: „Die EXPO REAL ist ein Marktplatz, auf dem alle Gewerke zusammenkommen. Und das brauchen wir dringender denn je. Denn die einfachen Lösungen gibt es nicht. Und deswegen ist die EXPO REAL für mich ein Ort, wo Menschen zusammenkommen, die etwas bewegen wollen und vielleicht auch mit anderen Antworten nach Hause gehen als sie gekommen sind.“

Auch Prof. Dr. Alexander von Erdély, Vorstandssprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben unterstreicht, dass diese Aufgaben gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft erfordern: „Die EXPO REAL 2026 hat für mich eines deutlich gemacht: Der angestrebte Aufbruch in der Immobilien- und Baubranche stellt uns vor Aufgaben erheblichen Ausmaßes, die wir als öffentliche Hand und Privatwirtschaft nur gemeinsam lösen können. Serielles und modulares Bauen ist die Antwort auf die neue Geschwindigkeit und Skalierbarkeit, die wir brauchen. Die EXPO REAL ist für mich der Ort, wo aus Ideen Gespräche werden und aus Gesprächen echte Lösungen."

EXPO REAL als Plattform für internationale Investitionen

Zugleich war der Zugang zu Kapital ein zentrales Gesprächsthema. Jace Tyrell, Chief Executive von Opportunity London, verweist auf die geschäftliche Bedeutung der auf der Messe geknüpften Kontakte: „Die EXPO REAL ist nach wie vor eine wichtige Plattform für London, insbesondere auf dem sich derzeit wandelnden Markt für Kapitalbeschaffung, auf dem enge Beziehungen und direkte Gespräche wichtiger denn je sind – und wir haben bereits erlebt, wie eine über die EXPO REAL entstandene Beziehung zu Geschäften für London geführt hat.“

Transform & Beyond: Lösungen im Fokus

Die Umsetzung konkreter Vorhaben prägte auch den Bereich der Transform & Beyond, in dem die Transformation der Immobilienwirtschaft erneut im Mittelpunkt stand. Unternehmen und Start-ups präsentierten Lösungen für Dekarbonisierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Energieversorgung. Die Anwendungen verdeutlichten, wie technologische Innovationen zunehmend Eingang in die Planung, den Bau und den Betrieb von Immobilien finden.

Im Austausch über diese Anwendungen ging es auch darum, geeignete Partner für Aufgaben zu finden. Wie stark die aktive Suche nach Lösungen die Gespräche bestimmt, beschreibt Matthias Zühlke, Co-Founder & CEO bei syte, „Für uns ist die EXPO REAL das Event des Jahres. Als wachsendes Scale-up in der PropTech-Szene treffen wir hier in wenigen Tagen genau die Menschen, mit denen wir die Branche voranbringen wollen: Projektentwickler, Banken und Investoren. Im aktuellen Umfeld merken wir sehr deutlich, dass sich die Gespräche verändert haben. Die Menschen informieren sich nicht mehr nur, sondern suchen aktiv nach Lösungen.“

Was die drei Messetage besonders macht, bringt Dr. Ulrich von Creytz, CIO Real Estate bei DWS, auf den Punkt: „Für mich sind die Tage auf der EXPO REAL die schönsten Tage des Jahres – zumindest beruflich.“

Die nächste EXPO REAL findet von 4. bis 6. Oktober 2027 in München statt.
mehr (10/2019, DEAL-Magazin)

Inhalt

Nordhafen Living & Office: JTRE sichert Finanzierung über 100 Mio. Euro

19. Oktober 2026: JTRE Germany hat für das Immobilienprojekt Nordhafen Living & Office in der Berliner Europacity eine Senior-Finanzierung in Höhe von insgesamt 100,5 Millionen Euro gesichert. Die Finanzierung wird von der Raiffeisen Bank International AG als Agent sowie der Tatra Banka und der EXIMBANKA SR bereitgestellt. Sie dient der weiteren Projektentwicklung und begleitet den Übergang in die Betriebsphase.

Der Finanzierungsabschluss markiert einen wichtigen Meilenstein für JTRE Germany und unterstreicht das Vertrauen der beteiligten Banken in das Projekt, seinen Standort und sein langfristiges Potenzial. Zugleich ist es ein weiterer Schritt im Rahmen des langfristigen Engagements von JTRE Germany auf dem deutschen Immobilienmarkt.

Gemischt genutztes Immobilienprojekt in der Berliner Europacity

Nordhafen Living & Office entsteht in der Heidestraße 35 in der Berliner Europacity, einem der dynamischsten Stadtentwicklungsgebiete der Hauptstadt. Das derzeit im Bau befindliche Projekt umfasst rund 33.000 Quadratmeter gemischt genutzte Fläche und vereint Wohnen, Büroflächen, Einzelhandel und Gastronomie an einem Standort.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist eine Bürofläche von rund 7.500 Quadratmetern. Flexible Grundrisskonzepte ermöglichen unterschiedliche Flächenkonfigurationen und bieten damit Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen verschiedener Größen und mit unterschiedlichen Arbeitsmodellen.

Mit der Kombination aus Wohn- und Gewerbeflächen verfolgt JTRE Germany das Ziel, einen lebendigen urbanen Standort zu schaffen, der Wohnen, Arbeiten und das öffentliche Leben miteinander verbindet. Das Projekt soll damit einen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Europacity als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort leisten.

Fertigstellung im Frühjahr 2027 geplant

Die Bauarbeiten am Nordhafen Living & Office befinden sich in einer fortgeschrittenen Phase. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Die Vermietung der Büro- und Einzelhandelsflächen hat bereits begonnen.

Die gesicherte Finanzierung unterstützt die weitere Umsetzung des Projekts und den anschließenden Übergang in den Immobilienbetrieb. Für JTRE Germany stellt der Finanzierungsabschluss einen weiteren wichtigen Schritt bei der Realisierung von Nordhafen Living & Office und dem Ausbau seiner Aktivitäten auf dem deutschen Immobilienmarkt dar.

Finanzierung durch internationales Bankenkonsortium

An der Finanzierung sind die Raiffeisen Bank International AG, die Tatra Banka und die EXIMBANKA SR beteiligt. Die Raiffeisen Bank International AG übernimmt dabei die Funktion des Agenten.

Seitens der Raiffeisen Bank International begleiteten Mersiha Varnica-Niederl und David Jandl die Transaktion. Für die Tatra Banka waren Michal Lietava und Zuzana Bohá?ková beteiligt, für die EXIMBANKA SR Tomáö Kuruc und Jana ämelková. Aufseiten von JTRE Germany wurde der Finanzierungsprozess von Peter Mudrák, Martin Brozman und Michal Vereb begleitet.

„Der erfolgreiche Abschluss dieser Finanzierung ist ein wichtiger Meilenstein für Nordhafen Living & Office und ein starkes Vertrauenssignal unserer Finanzierungspartner. Wir bedanken uns bei Raiffeisen Bank International, Tatra Banka und EXIMBANKA SR für die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gemeinsam schaffen wir eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Projekts und den Übergang in die Betriebsphase“, sagt Lukáö Sásik, Geschäftsführer von JTRE Germany.

Mit Nordhafen Living & Office entsteht ein neuer gemischt genutzter Standort in der Berliner Europacity, der moderne Arbeitswelten, Wohnen und ergänzende gewerbliche Nutzungen miteinander verbindet. Die geplante Fertigstellung im Frühjahr 2027 markiert den nächsten wichtigen Meilenstein der Projektentwicklung.
mehr (10/2019, DEAL-Magazin)

Top-Deal

Berlin: Drees & Sommer begleitet Covivios 130-Meter-Leuchtturmprojekt

15. Oktober 2026: Am Berliner Alexanderplatz errichtet das führende europäische Immobilienunternehmen Covivio mit dem 030BLN ein Hochhaus, das die Funktionen eines kleinen Quartiers vereint: Büros, Einzelhandel, Gastronomie und rund 300 Urban-Living-Einheiten unter einem Dach. Sein Name trägt Berlin bereits in sich: 030 steht für die deutsche Berliner Festnetzvorwahl, BLN für die internationale Kurzform der Stadt – ein bewusstes Zusammenspiel aus lokalem Bezug und internationaler Offenheit.

Der Mixed-Use-Tower bietet auf 33 Geschossen, darunter ein Dachgeschoss für die Gebäudetechnik, rund 60.000 Quadratmeter Mietfläche und prägt damit die Entwicklung des Alexanderplatzes zu einem modernen Hochhausquartier. Seine Besonderheit: Das Gebäudekonzept verbindet die erste fassadenintegrierte Photovoltaikanlage an einem deutschen Hochhaus über 60 Meter mit Geothermie sowie digitalen Sicherheits- und Betriebskonzepten. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE begleitet das Projekt von Anfang an mit zahlreichen Leistungen.

Am Alexanderplatz entsteht derzeit eine neue Hochhaus-Skyline. Während vielerorts vor allem über die Höhe der Türme gesprochen wird, setzt Covivio beim 030BLN andere Schwerpunkte. „In einem neuen Hochhausquartier wird oft zuerst über den Wettbewerb der Wolkenkratzer und die Höhe der Türme gesprochen. Als Bestandshalter mit hohem Anspruch an Nachhaltigkeit steht für uns die Frage, wie zukunftsfähig das Gebäude sein wird im Vordergrund. Ob ein Gebäude langfristig funktioniert, entscheidet sich heute vor allem bei Themen wie vielfältiger und flexibler Nutzung, Energie, Sicherheit und digitaler Infrastruktur“, sagt Andreas Tichay, verantwortlicher Projektleiter bei Covivio.

Die hohen Anforderungen an Energie, Sicherheit, Nachhaltigkeit und digitalen Betrieb prägen das 030BLN von Beginn an. Drees & Sommer begleitet das Projekt in zahlreichen Disziplinen: von Energiedesign und Fassadentechnik über BIM-Management und Green-Building-Zertifizierung bis zur technisch-wirtschaftlichen Beratung und zum Controlling.

Gebäudehülle als Kraftwerk

Schon die Fassade zeigt, worauf das Energiekonzept des 030BLN setzt: Eine integrierte Photovoltaikanlage erstreckt sich über Dach und Gebäudehülle und erzeugt einen Teil des benötigten Stroms direkt am Gebäude. Damit ein Gebäude dieser Höhe überhaupt eine PV-Fassade tragen darf, musste das Deutsche Institut für Bautechnik zustimmen. „Zusammen mit Covivio, Sauerbruch Hutton, hhpberlin und weiteren Beteiligten haben wir in aufwändigen Brandversuchen gezeigt, dass eine PV-Fassade in dieser Höhe genauso sicher ist wie jede andere Fassadenverkleidung auch. Erst danach hat uns das Institut grünes Licht gegeben”, erklärt Kay Promehl, Associate Partner bei Drees & Sommer und Leiter der Technisch-wirtschaftlichen Bauberatung. 864 Solarmodule liefern rund 120.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. So viel verbrauchen etwa 30 bis 40 durchschnittliche Haushalte im Jahr.

Fundament als Energiequelle

Viele Hochhäuser in der Innenstadt hängen allein am Fernwärmenetz. Der 030BLN geht einen Schritt weiter und gewinnt Energie konsequent zurück. 54 thermisch aktivierte Bohrpfähle machen das Fundament selbst zur Energiequelle. Sie wirken wie ein Wärmetauscher zwischen Gebäude und Erdreich. Im Winter entzieht die Anlage dem Boden Wärme und nutzt sie zum Heizen des Gebäudes. Im Sommer kehrt sich der Prozess um: Die Pfähle geben überschüssige Wärme an das Erdreich ab und unterstützen so die Kühlung des Towers. Das spart Energie, die eine klassische Klimaanlage zusätzlich verbrauchen würde, und heizt an heißen Tagen außerdem nicht zusätzlich die Innenstadt auf.

„Diese Bohrpfähle brauchten wir ohnehin, um die Lasten des Turms sicher in den Baugrund abzutragen. Sie zusätzlich als Energiepfähle zu nutzen, ist technisch sehr anspruchsvoll, aber deutlich effizienter, als eigene Bohrungen für die Geothermie zu setzen”, sagt Promehl. Für sein Nachhaltigkeitskonzept strebt Covivio zudem eine Zertifizierung nach LEED Gold an, einem der international anerkanntesten Gütesiegel für energie- und ressourcenschonendes Bauen.

Sprinklertank in Doppelrolle

Auch überschüssige Energie geht im 030BLN nicht verloren. Der für den Brandschutz vorgeschriebene Sprinklertank übernimmt zugleich die Rolle eines Pufferspeichers und lagert Kälte zwischen, bis sie benötigt wird. „Bei jedem Gebäudeteil prüfen wir, ob er nicht noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen kann. Der Sprinklertank ist dafür ein gutes Beispiel: Er bekämpft im Ernstfall Feuer, speichert aber Energie in der Zeit, in der er nicht benötigt wird”, sagt Promehl. So lässt sich vorhandene Infrastruktur nachhaltig mehrfach nutzen, ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch zu verursachen.

Zukunftsfähigkeit braucht Sicherheit

Nicht nur beim Thema Energie setzt der 030BLN auf Zukunftsfähigkeit. Auch das Sicherheitskonzept hat Covivio für Nutzer mit erhöhten Sicherheitsanforderungen ausgelegt. Das Projektteam von Drees & Sommer entwickelte ein Konzept in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in Berlin. Anschließend prüften und bewerteten Sicherheitsfachleute der Landes- und Bundespolizei dieses und bestätigten die fachliche Qualität der vorgesehenen Maßnahmen. „Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Cyberangriffe oder geopolitischer Spannungen wächst der Bedarf am Schutz kritischer Infrastrukturen“, sagt Promehl.

Seit März 2026 verschärft zudem das KRITIS-Dachgesetz die gesetzlichen Anforderungen an Betreiber solcher Infrastrukturen, etwa in den Bereichen Energie, Telekommunikation oder öffentliche Verwaltung. „Der 030BLN schafft dafür die baulichen Voraussetzungen und bietet künftigen Mietern ein besonders hohes Sicherheitsniveau“, sagt Promehl.

Statt eines Schlüssels öffnen Mitarbeitende Türen künftig mit personalisiertem Ausweis oder digitaler Zutrittsberechtigung auf dem Smartphone, während ein System in Echtzeit entscheidet, wer welche Bereiche betreten darf. Die Bilder sämtlicher Kameras laufen in einer zentralen Leitstelle zusammen. Von dort behält das Sicherheitspersonal alle relevanten Bereiche im Blick und kann im Bedarfsfall schnell reagieren.

Digital geplant, digital betrieben

Von Beginn an setzte Covivio bei Planung und Bau des 030BLN auf Building Information Modeling (BIM). Vereinfacht gesagt entsteht dabei ein digitaler Zwilling des Gebäudes, in dem sämtliche Planungs- und Baudaten zusammenlaufen. Die digitale Infrastruktur wurde so bereits in einer frühen Projektphase berücksichtigt. Schon im Rohbau ließ Covivio Leitungen für Smart-Home-Technik, Sensorik und digitale Zugangssysteme verlegen. Damit entfallen aufwendige und kostenintensive Nachrüstungen.

Für die digitale Infrastruktur des Turms strebt Covivio zudem das Zertifikat SmartScore Platin an. Die WiredScore Platin Zertifizierung trägt das Gebäude bereits. Die Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten internationalen Standards für digital vernetzte und zukunftsfähige Gebäude und bewertet unter anderem die Qualität der digitalen Konnektivität und technischen Infrastruktur. „Eine funktionale digitale Infrastruktur erleichtert den Alltag im Tower erheblich”, sagt Tichay. Im fertigen Gebäude zeigt sich das auch ganz praktisch: Wer einen Termin im zwölften Stock hat, erfährt schon beim Betreten per App, welcher Aufzug am schnellsten nach oben führt. Auch Schreibtische oder der Grillplatz auf der Dachterrasse lassen sich bequem digital buchen.

Vom Rohbau zur Vertical City

Für die zweite Jahreshälfte 2027 ist die Fertigstellung des Projektes geplant. 030BLN vereint Einzelhandel, Gastronomie, moderne Büroflächen mit mehr als 20 Konferenz- und Meetingräumen, über 300 Urban-Living-Einheiten sowie eine Kita unter einem Dach. Das Konzept folgt damit der Idee einer „Vertical City“: eines urbanen Bausteins, der Arbeiten, Urban Living, Einkaufen und Freizeit an einem Ort vereint und so kurze Wege sowie eine lebendige Nutzung über den gesamten Tag hinweg ermöglicht.

Ergänzt wird das Angebot durch eine rund 2.500 Quadratmeter große Dachterrasse mit Gärten, Sportflächen sowie Bar- und Eventbereichen und 500 neue Fahrradstellplätze. Für die Architektur zeichnen Sauerbruch Hutton und Studio Aisslinger.

Nach Fertigstellung wird Covivio das 030BLN selbst betreiben. „Am Ende zählt die Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes. Wir wollen mit dem 030BLN ein Hochhaus bauen, das langfristig überzeugt“, sagt Covivio-Projektleiter Andreas Tichay.
mehr (10/2019, DEAL-Magazin)

Thema der Woche

Komfort auf höchstem Niveau: Das neue Atlantic Hotel Frankfurt

16. Oktober 2026: Die Frankfurter Skyline ist um eine markante Silhouette reicher: Im wachsenden Europaviertel, westlich von Messe und Hauptbahnhof, ist ein neuer Anziehungspunkt entstanden. Entwickelt von der Gustav Zech Stiftung und realisiert nach den Plänen von Cyrus Moser Architekten, kombiniert der 124 Meter hohe Europa-Allee-Tower moderne Architektur mit einem intelligenten Mixed-Use-Konzept. Unter einem Dach beherbergt das Gebäude den neuen Hauptsitz der Sparda-Bank Hessen, den repräsentativen Eingang „Messeplatz“ der Messe Frankfurt sowie das neue Atlantic Hotel Frankfurt am Main. Über 20 Etagen hinweg bietet das 4-Sterne-Superior-Haus einen urbanen Rückzugsort, der großstädtisches Lebensgefühl, zeitgemäßen Komfort und architektonische Prägnanz miteinander verbindet.

Für die Innenarchitektur zeichnen zwei renommierte Büros gemeinsam verantwortlich, die in enger Abstimmung ein durchgängiges Gestaltungskonzept entwickelt haben. Um der Komplexität und dem hohen qualitativen Anspruch dieses Großprojekts gerecht zu werden, erforderte die Zusammenarbeit eine klare Aufteilung: Das Architekturbüro Olufemi Moser übernahm die Konzeption und den Entwurf der repräsentativen öffentlichen Bereiche. Brumann Innenraumkonzepte verantwortete den Entwurf der 373 Zimmer und Suiten, der Flure sowie der öffentlichen Fitness- und Saunabereiche.

Zugleich kam Brumann Innenraumkonzepte im Auftrag der Gustav Zech Stiftung eine maßgebliche Schlüsselrolle für das gesamte Gebäude zu: Das Büro übernahm die komplette Ausführungsplanung sämtlicher Zonen – sowohl der Zimmer als auch der öffentlichen Bereiche – und war als Generalunternehmer für den gesamten Innenausbau, die Bauleitung und das Projektmanagement verantwortlich. Durch diese integrale Planung und Umsetzung aller Ausbaugewerke entstand ein konsistentes, wirtschaftliches Gesamtbild, das die gestalterischen Visionen beider Büros in die Realität überführte.

Der Weg des Hotelgastes beginnt im westlichen Foyer des Erdgeschosses. Hier wählte das Team von Olufemi Moser ein kontrastreiches Spiel aus hochwertigen Materialien in eleganter Tonalität und einer aufsehenerregenden Lichtskulptur an der Decke, um den Weg zu den Aufzügen in ein spannendes Entrée zu verwandeln. Auf der zweiten Etage empfängt das Hotel seine internationalen Gäste an der Rezeption, die fließend in eine

Lounge und ein Deli übergeht. Hier verfolgten die Innenarchitekten einen klassisch-modernen Ansatz. Die Materialität, die Farben und auch die Formen nehmen sich zurück. „Eher weniger als zu viel“ war dabei die Devise, denn „die Messe und Frankfurt sind laut genug“. Helle, grau-melierte Terrazzoböden, unbehandelte Eiche, weiche Polstermöbel und dezente Golddetails schaffen eine unprätentiöse, erdende Atmosphäre der Geborgenheit. Diese ruhige Ästhetik setzt sich in den Konferenzräumen der dritten Etage mit filigranen Raumtrennern und eleganten Leuchten fort. Einen bewussten Kontrast dazu bildet das Fine-Dining-Restaurant im vierten Geschoss: Dunklere Töne, edles Leder,schwere Stoffe und markante Steine kreieren hier eine massive, eklektische Bühne für exzellente kulinarische Erlebnisse, die zum längeren Verweilen einlädt.

In den darüber liegenden Zimmeretagen entfaltet sich das von Brumann Innenraumkonzepte entwickelte Design der Zimmer und Suiten, das die Idee des urbanen Rückzugsortes aufgreift und auf die Bedürfnisse moderner Geschäftsreisender sowie digitaler Nomaden ausrichtet. Als bewusster Kontrast zur markanten Hochhausarchitektur wurden Elemente des biophilen Designs integriert.

Organische Formen, natürliche Materialien und eine warme, erdige Farbpalette verleihen den Räumen eine wohnliche Ausstrahlung und schaffen eine echte Oase der Ruhe im dynamischen Messeumfeld. Der gestalterische Mittelpunkt der Zimmer ist ein von innen beleuchteter Kleiderschrank mit transluzentem Strukturglas, der wie ein elegantes Gewächshaus anmutet. Ein runder Schreibtisch ermöglicht den nahtlosen Wechsel zwischen Arbeitsplatz und informellem Besprechungstisch, während das weich geformte Betthaupt den Schlafbereich wie eine schützende Geste umschließt.

Sensorisch erfahrbare Materialien und gezielt gesetzte Hell-Dunkel-Kontraste – wie der in ein schwarzes Paneel integrierte Fernseher – fördern das haptische Raumerlebnis und verleihen den Zimmern eine Tiefe. Dieses gestalterische Feingefühl zeigt sich auch in den Fluren, wo dunkel inszenierte Türnischen und kontrastreiche Motivtapeten in einem spannenden Dialog zu hellen Wandflächen und warmen Holzpaneelen stehen.

Den krönenden Abschluss des Hotelerlebnisses bilden die 19. und 20. Etage. Hier konzipierte Brumann Innenraumkonzepte einen Fitness- und Saunabereich in luftiger Höhe, der einen exklusiven Raum für Regeneration bietet. Direkt daneben entwarf Olufemi Moser die Skyline Bar, die ihre Gäste mit einem atemberaubenden Blick über Frankfurt empfängt. Sie ist schwarz wie die Nacht, mit Samtvorhängen, einer holzverkleideten Theke mit einer markanten Steinplatte und einer raumgreifenden Wandgestaltung in dunkler Tonalität. Hier an der Bar sitzen, den Abend ausklingen lassen und die Lichter der Stadt zählen – ein perfekter Abschluss eines langen Tages auf der Messe oder in der Stadt.
mehr (10/2019, DEAL-Magazin)

Weiterentwicklung der europäischen Stadt caspar.schmitzmorkramer

Neuer Trend-Report zum Thema „retail in transition – welche Potentiale ergeben sich für unsere Städte?“

Was können Architekten tun, um neue, spannende Orte in der Stadt zu schaffen? Die Frage nach der Weiterentwicklung der Europäischen Stadt steht bei Caspar Schmitz-Morkramer im Fokus. Seine Bauprojekte wurden mit internationalen Awards ausgezeichnet. Das neueste Projekt: ein umfassender Lab.report zum Thema „retail in transition – welche Potentiale ergeben sich für die Städte?“ Mit seiner eigenen research unit und internationalen Wissenschaftlern arbeitete der Architekt rund zwei Jahre an dem Thema.

Caspar Schmitz-Morkramer fordert die Abkehr von der funktionsgetrennten Stadt zu einem vielfältigen Aktionsraum. Wie kann man heute die Stadt weiterbauen, ohne dass es zu sozialer Entmischung und Gentrifizierung kommt? Wie kann gebaut werden, um das Wohnen, Leben und Arbeiten in einer sozial gemischten Stadt attraktiv zu machen?


Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe oder im E-Paper.






mehr (10/2019, DEAL-Magazin)
Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!